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8. September 2015 Bürgerschaftsfraktion

Berufsbildung in Hamburg: „Es gibt herzlich wenig zu feiern“

Schulsenator Rabe hat zum 150. Jubiläum der Berufsbildenden Schulen in Hamburg das berufliche Bildungssystem gelobt und große Versprechungen zur Verbesserung der Ausbildungssituation abgegeben. Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin und Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, kann dem wenig abgewinnen: „Aktuell schafft Hamburg es nicht einmal, jedem vierten jungen Menschen, der die Schule verlässt, tatsächlich eine Lehrstelle zu bieten. Stattdessen gibt es immer noch zu viele aussichtslose Warteschleifen im System, die längst nicht allen Jugendlichen eine gute berufliche Perspektive eröffnen. Verantwortliche Berufsbildungspolitik ist das nicht!“ Der Senat müsse endlich allen SchulabgängerInnen einen vollqualifizierenden Ausbildungsplatz garantieren und dazu mehr staatlich geförderte Ausbildungsplätze schaffen und die ausbildungsunwilligen Betriebe mit einer Abgabe belegen.

Boeddinghaus erinnert daran, dass entgegen dem beim Volksbegehren „Bildung ist keine Ware“ 2004 erklärten Willen von 120.000 HamburgerInnen die berufliche Bildung teilprivatisiert wurde, ein Jahr später wurde das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) gegründet. Auch die Senatspläne, bis 2018 mehr als 20 einzelne Berufsschulen zu dann nur noch elf neuen Fusionsschulen zusammenzufassen, kritisiert die Bildungsexpertin: „Hier werden Zusammenschlüsse gegen den erklärten Willen vieler Schulgemeinschaften vorgenommen, die in erster Linie dem reinen Kostenaspekt folgen und nicht den pädagogischen Ausbildungsnotwendigkeiten und -anforderungen der jungen Menschen. Zu feiern gibt es, was Berufsbildung in Hamburg angeht, gegenwärtig herzlich wenig!“