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28. August 2015 Dora Heyenn

Auskünfte des Senats zu Bunkerbränden widersprüchlich!

Wie es mit der sicheren Lagerung von Stoffen in den Bunkern der Stadt aussieht, das wollte die Abgeordnete Dora Heyenn genauer wissen (Drs. 21/1311). Anlass waren die Brände in Rothenburgsort am 4. August und in Bahrenfeld am 8. August.  
Es blieb leider nicht bei Bränden sondern auch von Explosionen wurde berichtet und Gefährdungen der Feuerwehrleute und Anwohner bestanden hauptsächlich durch Atemgifte.

"Leider", so Dora Heyenn, "antwortete der Senat mal wieder sehr ausweichend. Auf der einen Seite wird die hohe Zahl von Anfragen beklagt, aber wenn die Anliegen der Abgeordneten regelmäßig abgewimmelt werden, dann produziert der Senat Nachfragen."
Auffallend häufig ist in der "summarischen Bewertung" der womöglich entstandenen Gase und Gefahrstoffe lediglich von "chemischen Stoffen" in der Antwort des Senats die Rede.

"Das kann alles sein und sagt eben nichts aus. Ahnen kann man allerdings, dass durchaus gefährliche Stoffe freigesetzt wurden, wenn mitgeteilt wird, dass Benzol nachgewiesen wurde. Für den Chemieunterricht in Schulen gilt: ‚Benzol ist ein stark krebserzeugender Arbeitsstoff. Er darf im Schullabor nicht aufbewahrt und auch nicht eingesetzt werden.' Da ist es keineswegs beruhigend, wenn der Senat wie üblich erklärt: Eine aktuelle Vergiftungsgefahr der Anwohner nach dem Brand besteht nicht."
Die Abgeordnete wollte auch wissen, in welcher Entfernung zu Wohnhäusern explosionsgefährliche Stoffe lagern. Nach Auskunft des Senats befinden die meisten sich mehrere Hundert Meter weit entfernt.

"Das ausgerechnet beim Bunker in Bahrenfeld, in dem bekanntlich die gelagerte Pyrotechnik explodierte, der Abstand mit 10 Metern angegeben wird, macht skeptisch. Mal abgesehen davon, dass das unverantwortlich ist, so verfestigt sich der Eindruck, dass der Senat nicht weißt, was wo gelagert ist - weder in den 115 Bunkern im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg noch in den 77 privaten Bunkern. Nach Auskunft des Senats reichte die Zeit von 7 Tagen nicht, um das mitzuteilen. Im Katastrophenfall muss in kürzester Zeit gehandelt werden", kritisiert Dora Heyenn.
Mit Hochdruck müsste nach den beiden Beinah-Katastrophen daran gearbeitet werden, herauszufinden, was in den Bunkern gelagert ist und die Öffentlichkeit zu informieren.

"Nach vollmundigen Ankündigungen der lückenlosen Aufklärung wurden bis heute gerade einmal vier Bunker - vier! - ‚begangen'. Darüber soll im Innenausschuss berichtet werden. Ansonsten wird auf eine Broschüre verwiesen, die von der Handelskammer herausgegeben wurde. Das ist ein schlechter Witz! Unverständlich ist auch, dass jede Heizungsanlage für Wohnungen 1 x im Jahr geprüft wird, aber bei den Bunkern mit explosionsgefährlichen Stoffen im 5-Jahres-Rhythmus."
Und noch eines fällt auf, die Antwort des Senats ist voller Widersprüche.

"Zum einen wird der Senat nicht müde, darauf hinzuweisen, dass die Brandursachen noch ungeklärt sind und die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, aber auf der Seite antworten sie: ‚Die Feuer im Hochbunker Rothenburgsort und Bahrenfeld geben keinen Anlass zu Änderungen der angegebenen Regelwerke.' Das ist fahrlässig."

"Fassungslos ist man, wenn man erfährt, dass eine Genehmigung zur Lagerung radioaktiver Stoffe für den Bunker am Allendeplatz besteht. Erstens steht er mitten im Leben im Univiertel und zweitens lässt der Senat offen, ob dort radioaktive Stoffe gelagert sind oder nicht und wenn ja, welche und wie das Gefährungspotential abgewogen wird. Fragen über Fragen, die geklärt werden müssen," so Dora Heyenn abschließend.

Dateien:
DS-21-01311.pdf39 K