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6. Juli 2010 Bürgerschaftsfraktion

Ausbildungsreport 2010: Hamburg erreicht im Ländervergleich einen traurigen Spitzenplatz

Mit dem Ausbildungsreport für das Jahr 2010 hat die Behörde für Schule und Berufsbildung die zweite Ausgabe des Berichts vorgelegt. Mit dem Ausbildungsreport sollte für Transparenz auf dem Ausbildungsmarkt gesorgt werden. Dieses Ziel ist mit dem Ausbildungsreport 2010 nur teilweise erreicht worden.

Im Ausbildungsreport 2010 wird erneut die "unzureichende Datenlage in der Berufsberatungsstatistik" beklagt. Nach wie vor gibt es keine integrierte Ausbildungsstatistik. Die Schulbehörde hätte hier aber mit gutem Beispiel vorangehen können, indem sie mit dem Aufbau einer integrierten Schulstatistik beginnt. Das ist nicht geschehen. Daher enthält der Ausbildungsreport viel Kaffeesatzleserei und Schönrederei. Das trifft insbesondere auf die verharmlosenden Ausführungen zum doppelten Abiturientenjahrgang in diesem Jahr zu.

Interessanter ist da ein Blick in den Berufsbildungsbericht 2010 der Bundesregierung. Hamburg stellt viel zu wenig außerbetriebliche Ausbildungsplätze für Jugendliche bereit. Nur 5,5 % aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sind überwiegend öffentlich finanziert. In den neuen Bundesländern und Berlin sind es dagegen 23,2 %.

Stattdessen werden die Jugendlichen in Hamburg in das sogenannte "Übergangssystem" abgeschoben, das man besser als Unsicherheitssystem bezeichnen sollte. Hier erreicht Hamburg einen traurigen Spitzenplatz. Genau 249 Jugendliche bezogen auf 1000 Absolventinnen und Absolventen der allgemein bildenden Schulen landen im Berufsvorbereitungsjahr. Bundesweit sind es nur 61 Jugendliche.

Dazu erklärt Dora Heyenn, bildungspolitische Sprecherin: "Wieder schneidet Hamburg im Ländervergleich schlecht ab. Diesmal in der Berufsbildung. Hamburg stellt viel zu wenig vollqualifizierende Ausbildungsplätze für seine Jugendlichen bereit. Stattdessen schiebt es die Jugendlichen in minderwertige Berufsvorbereitungsmaßnahmen ab. Dies geht seit Jahren so. Die Jugendlichen und Eltern in Hamburg haben etwas anderes verdient."