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2. Mai 2014 Bürgerschaftsfraktion

Ausbildungsmarkt in Hamburg weiter auf Talfahrt!

Die Agentur für Arbeit Hamburg hat Ende April aktuelle Zahlen zur Situation auf dem Ausbildungsmarkt vorgelegt. Danach hat sich die Zahl der „Bewerber“ für einen Ausbildungsplatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,7 % (auf 7.227) erhöht, aber die Zahl Ausbildungsplätze um 8,5 % (auf 8.280) verringert. Zwar scheint es immer noch mehr Ausbildungsplätze (8.280) als „Bewerber“ (7.227) zu geben. Dazu muss man aber wissen, dass die Ausbildungsmarktstatistik der Agentur für Arbeit Hamburg als „Bewerber“ nur Hamburger Jugendliche erfasst. Die Hamburger Wirtschaft besetzt aber über 40 % der Ausbildungsplätze mit Jugendlichen aus dem Umland. Insofern stehen für die 7.227 Hamburger „Bewerber“ allenfalls etwa 4.900 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Wie prekär die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist, erkennt man auch daran, dass bis Ende April erst 14,9 % (1.078) der Hamburger „Bewerber“ einen Ausbildungsplatz bekommen haben. Als Beispiel mag auch die Situation in einer 10. Klasse einer Stadtteilschule dienen: Darin werden von 27 Schülerinnen und Schüler voraussichtlich 6 weiter die Oberstufe besuchen. Von den verbleibenden 21 Schülerinnen und Schüler hat bisher erst eine (!) Schülerin einen Ausbildungsplatz bekommen. Die anderen sind bisher leer ausgegangen, obwohl sie sich teilweise 20-mal und mehr beworben haben.

„Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt in Hamburg ist zweieinhalb Monate für Schulende eine einzige Katastrophe. Die Hamburger Wirtschaft sollte sich schämen. Sie redet zwar viel von einem Fachkräftemangel. Sie bildet aber viel zu wenig aus. Und auch der SPD-Senat sollte sich schämen. Er hat großspurig eine ‚Ausbildungsgarantie‘ versprochen. Er muss endlich seine Schönrederei beenden und etwas für unsere Jugendlichen tun“, erklärt Dora Heyenn, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

 „Der Hamburger Senat muss sich endlich eingestehen, dass seine seit Jahren verfolgte Politik gescheitert ist. Berufsorientierung und Jugendberufsagenturen schaffen keine zusätzlichen Arbeitsplätze. Die sind aber nötig, wenn der Berufsstart für unsere Jugendlichen nicht zu einem Fehlstart ins Leben werden soll. Deshalb muss, solange die Betriebe nicht genügend Ausbildungsplätze anbieten, der Staat einspringen. Dazu muss der Hamburger Senat endlich ausreichend Ausbildungsplätze im Hamburger Ausbildungsmodell und in vollqualifizierenden Berufsfachschulen bereitstellen. Diese sind über eine solidarische Ausbildungsumlage zu finanzieren.“