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10. Dezember 2014 Bürgerschaftsfraktion

Asklepios kauft das Atlantic – Affront für Pflegefachkräfte

Atlantic Hotel – Bernd Sterzl/pixelio.de

Nach jüngsten Pressemeldungen hat der Krankenhausbetreiber Asklepios das Hamburger Luxushotel Atlantic an der Alster für einen „zweistelligen Millionenbetrag“ erworben. Nach Aussagen des Konzerns ergäben sich Synergien mit dem Krankenhausbetrieb, beispielsweise sollen dort Angehörige von Patientinnen und Patienten untergebracht werden.
 
Kersten Artus, gesundheits- und wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, kommentiert den Deal:
 
„Der Klinikkonzern Asklepios zeigt mit diesem Kauf, was er vor allem ist: Ein kühl rechnender Investor. Branchenfremde Zukäufe werden vor allem aus zwei Gründen getätigt: Erstens wenn sie baldige Profite versprechen und zweitens, wenn sie Konkurrenten im Hauptfeld der unternehmerischen Ziele schwächen sollen.
 
Hamburg ist eine wachsende Metropole und der Gesundheitsmarkt spielt dabei eine bedeutsame Rolle. Dieser richtet sich zunehmend international aus. Die Asklepios-Kliniken in Hamburg haben vor allem die Aufgabe, die stationäre Versorgung von Hamburgerinnen und Hamburger sicherzustellen: Asklepios verfügt über den Großteil der Planbetten, die vom Hamburger Senat dafür kalkuliert wurden.
 
Entweder plant Asklepios also einen Ausstieg aus dem Versorgungsauftrag oder aber es stecken strategische Unternehmensinteressen dahinter. So tritt Asklepios tritt seit langem als Aufkäuferin von Krankenhäusern auf. Offenbar geht es mit dem Atlantic-Deal also darum, Wettbewerber zu schwächen, um sich einen Marktvorteil zu verschaffen. Dies zeigen auch die Aufkäufe zwei weiterer Luxus-Hotels in Deutschland.
 
Während Asklepios auf Einkaufstour geht, bleiben Pflegefachkräfte sowie Patientinnen und Patienten auf der Strecke. Behandlungen werden weiterhin nach Fallpauschalen Spitz auf Knopf kalkuliert, der Pflegenotstand verschärft sich. Anstatt sich Luxushotels einzuverleiben, sollte das Geld besser ins Personal investiert werden. Die Qualität der Versorgung in einem Krankenhaus bemisst sich nachweislich an der Anzahl des Pflegefachpersonals.
 
Stationäre gesundheitliche  Versorgung ist bei einem Investor eben in keinen guten Händen. Gesundheit darf keine Ware sein und muss vor Profitinteressen geschützt werden.“