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31. August 2011 Bürgerschaftsfraktion

ASD: Senat auf Arbeitskräftemangel nicht vorbereitet

Schlechte Arbeitsbedingungen beim Allgemeinen Sozialen Dienst gefährden die Umsetzung der konzeptionellen Weiterentwicklung im Bereich der Hilfen zur Erziehung. Eine Schriftliche Kleine Anfrage (Drs. 20/1287) des Abgeordneten Mehmet Yildiz und ein Papier der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) vom 24.8.2011 belegt, dass der Senat nicht auf den zu erwartenden Arbeitskräftemangel bei den Sozialpädagogischen Berufen vorbereitet ist. Nach dem zusätzlichen Arbeitskräftebedarf im Bereich der Amtsvormundschaften, an Schulen und beim Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) gefragt, antwortet der Senat, dass die Überlegungen der zuständigen Behörde dazu noch nicht abgeschlossen seien. An anderer Stelle wird eingeräumt, dass im ASD schon jetzt nicht alle Soll-Stellen besetzt werden können, obwohl in Hamburg 72 Sozialpädagoginnen erwerbslos seien. Zudem sind rund 1450 der insgesamt rund 2650 Mitarbeiter des ASD älter als 50 Jahre.

Dazu erklärt Mehmet Yildiz, Sprecher für Kinder, Jugend und Familie: "Allein auf Grund der Reform des Vormundschaftsrechtes, die die Zahl der Vormundschaften auf 50 Mündel begrenzt, ist mit einem erhöhten an Arbeitskräftebedarf zu rechnen. Dass der Senat hier immer noch am Überlegen ist und eine lange versprochene bessere Bezahlung der ASD-Beschäftigten noch nicht auf den Weg gebracht hat, ist nicht nachvollziehbar. Auf Grund der Altersstruktur bei den Beschäftigten wird sich das Problem weiter zuspitzen." Mehmet Yildiz verweist auf ein weiters Papier der BASFI vom 24.08.2011 mit dem Titel "Hilfen zur Erziehung - Konzeptionelle Vorschläge zur Weiterentwicklung und Steuerung". Dort wird auf darauf hingewiesen, dass die derzeit hohe Fluktuation im ASD die Ziele der Reform im Bereich der Hilfen zur Erziehung gefährde.

"Es muss sichergestellt werden, dass die Beschäftigten des ASD in Hamburg mindestens die Entgeltgruppe zehn erhalten. Aus Sicht der LINKEN wäre die ursprünglich geforderte Vergütung nach EG 11 angemessener gewesen, weil die Lebenshaltungskosten in der Großstadt auch eine angemessene Berücksichtigung finden müssen. Es muss für ausreichende Qualifizierungs- und Supervisionsmöglichkeiten gesorgt werden. Auch ein Einarbeitungsprogramm für neue KollegInnen muss bereit gestellt werden und der Senat muss für sinkende Fallzahlen pro Mitarbeiter sorgen", fordert Yildiz.