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29. Oktober 2010 Bürgerschaftsfraktion

Arbeitsmarktzahlen: Belebung des Arbeitsmarktes nur auf dem Papier

Wie man den aktuellen Arbeitsmarktzahlen entnehmen konnte, sind die Zahlen laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Hamburg um ca. 1.400 auf nunmehr 70.546 gemeldete Arbeitslose gesunken. Darüber wird von Seiten der Regierung und in der bürgerlichen Presse gejubelt und mancher sieht schon Vollbeschäftigung nahen. Ein genauer Blick auf die Arbeitslosenstatistik zeigt ein anderes Bild: Seit September sind die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Hamburg um 3.503 gesunken. Es sind mit 4.368 freien gemeldeten Arbeitsstellen 500 Stellen weniger gemeldet als im Vormonat.

Einen deutlichen Dämpfer bekommt die optimistische Stimmung auch, weil der Zugang von Menschen aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosengeld I seit dem Vormonat um 6% zugelegt hat, das heißt, dass 429 Menschen mehr in die Arbeitslosigkeit entlassen wurden als im September. Ernüchternd ist auch der Blick in die Statistik für die Arbeitslosen mit Hatz IV-Bezug, das sind nämlich genau 278 weniger als im Vormonat, insgesamt fast 100.000 Menschen in Hamburg.

Offen bleibt, woher die angeblich positive Tendenz der Arbeitslosenzahlen kommen soll. Interessant ist hier, dass laut Beschäftigungsstatistik 103.159 Menschen ausschließlich geringfügig beschäftigt sind. Das sind 2.120 mehr als im September. Gut für die Statistik, schlecht für die Menschen.

Elisabeth Baum, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE findet deutliche Worte: "Von einer echten Belebung des Arbeitsmarktes kann man bei näherem Hinsehen leider nichts entdecken. Hier wird wieder nur die Statistik schön gerechnet. Wenn es einen so großen Fachkräftemangel gibt, wie ihn einige große Hamburger Firmen beklagen, frage ich mich, warum Menschen über 50 nahezu keine Arbeit mehr finden. Die haben jede Menge Erfahrung und sind zum großen Teil gut qualifiziert."

Gleichzeitig wird von Seiten der Unternehmerverbände über einen erheblichen Fachkräftemangel bei hoch qualifizierten Tätigkeiten geklagt. Elisabeth Baum meint dazu: "Es ist nicht einzusehen, warum große Konzerne wie Airbus oder Lufthansa tausende von hoch qualifizierten Leiharbeitern jahrelang auf den gleichen Stellen einsetzen und sie nicht einfach zum gleichen Lohn wie die Festangestellten einstellen sollen. Hier wird einseitig zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Gewinn maximiert. Gute Bezahlung, gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf und gute Arbeitsbedingungen sind nachweislich das beste Lockmittel für Hochqualifizierte, nicht Zeitarbeit und Niedriglöhne. Und man kann eine Investition in die Zukunft tätigen, indem man die Leute qualifiziert, die man braucht und nicht nur versucht, bereits qualifizierte Arbeitskräfte, bei denen andere die Ausbildungskosten getragen haben, abzugreifen . Davon haben dann beide Seiten etwas."