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1. Oktober 2010 Bürgerschaftsfraktion

Arbeitsmarktstatistik: Welcher Boom?

Ein genauer Blick in die Arbeitsmarktstatistik lohnt sich. Von dem immer wieder behaupteten Wirtschaftsboom ist dort nichts zu entdecken. Die Fraktion DIE LINKE hat nachgerechnet und eine alter-native Arbeitsmarktstatistik erstellt. Wie man einer Pressemeldung der Behörde für Wirtschaft und Arbeit entnehmen konnte, soll ein wirtschaftlicher Boom Hamburgs Arbeitsmarkt erfasst haben. Wenn man die Statistiken genauer liest, fragt man sich allerdings, inwiefern hier von einem Boom gesprochen werden kann.

Richtig ist: Es sind ca. 4.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Davon sind, wenn man die Zu- und Abgänge gegeneinander aufrechnet allerdings nur 530 tatsächlich in eine Erwerbsarbeit vermittelt worden. Das sieht deutlich weniger nach einem „Boom“ aus. Die restlichen Personen sind wahrscheinlich kurz vor dem Greifen des Kürzungspaketes noch schnell in Weiterbildungs- oder andere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen vermittelt worden. Auch wenn der Senat bisher nicht bekannt gegeben hat, welche Maßnahmen wegfallen oder stark verringert werden sollen, muss er die 1,8 Millionen Euro Kürzungsvolumen noch in Einzelmaßnahmen umsetzen.

Es ist auch auffällig, dass alle Branchen in der Beschäftigungsstatistik Hamburgs rückläufige Zahlen für gemeldete Arbeitsplätze aufweisen, außer die Zeitarbeitsbranche und der gewerbliche Dienstleistungsbereich, in denen Zuwächse zu verzeichnen sind. Das bedeutet: Entweder man bekommt man noch schnell eine Fördermaßnahme oder man beginnt einen prekären Job, von einem Wirtschaftsboom kann man als ArbeitnehmerIn in Hamburg jedoch nichts spüren.

Elisabeth Baum, arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE  in der Hamburgischen Bürgerschaft dazu: “Herr Karan sagt, es wären 11.600 neue Stellen in diesem Jahr geschaffen worden. Erstens enthält er uns vor, wie viele dafür weggefallen sind und zweitens, wie die neu geschaffenen Stellen bezahlt werden und ob man davon wirklich leben kann. Bei 140.000 gemeldeten Arbeitssuchenden und 14.000 freien Stellen würde ja immerhin jeder Zehnte einen Job bekommen, rein statistisch gesehen - fragt sich nur, was für einen.“

Arbeitslosigkeit in Hamburg

Nach unserer Rechnung:

106.170

Offizielle Arbeitslosigkeit:
(lt. Arbeitsagentur Hamburg)

71.940

Nicht gezählte Arbeitslose:
(siehe unten)

34.230

Nicht gezählte Arbeitslose im Einzelnen:

Älter als 58. ALG II

ca. 1.500

Älter als 58, ALG II
(§ 428 SGB III)

ca.1.900

Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten)

8.212

Berufliche Weiterbildung

6.052

Eignungsfeststellungs- u. Trainingsmaßnahmen
(z.B. Bewerbungstraining)

ca. 2.450

Aktivierung und berufliche Eingliederung
(z. B. Vermittlung durch Dritte)

4.418

Beschäftigungszuschuss
(für schwer vermittelbare Arbeitslose)

1.310

Kranke Arbeitslose
(§126 SGB III)

5.187

Fehlende Verfügbarkeit/ Mitwirkung

2.201

Gesamt

 34.230