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16. April 2015 Fraktion Wandsbek

Arbeiterwohnkultur soll Wandsbeks Identität retten. SPD und GRÜNE verzögern Wohnungsbau

Erst wollten SPD und GRÜNE drei Häuser in derJosephstraße unter eine städtebauliche Erhaltenssatzung stellen, dann sollte die Einbeziehung weiterer Bereiche geprüft werden.

Im Vorfeld lagen gutachterliche Stellungnahmen vor, die klar die Denkmaleigenschaften und auch die architektonische wie städtebauliche Relevanz für eine Erhaltungsverordnung in der Josephstrasse verneinten. Tosendes Gelächter im Bürgersaal, als deshalb vorbereitungslos der Vorschlag an die Wand projiziert wurde, für große Teile des Wandsbeker Kerngebiets eine Erhaltungsverordnung zu prüfen.

Der Fachsprecher der Linksfraktion, Rainer Behrens, wies das als taktische Maßnahme zurück, die Verwaltung als auch Teile der Koalitionsparteien in Verlegenheit bringt. „Der Vergleich der drei Häuser mit den Terrassenensembles in Eppendorf, Winterhude, Rotherbaum ist absolut unzutreffend. Gerade die Linke ist dort aktiv, um gewachsene, noch intakte Strukturen mit den Mietern zu verteidigen, die um günstigen Wohnraum und gegen Vertreibung kämpfen. In der Josephstrasse sind es gerade die alten und auch zukünftigen Bewohner, die in der Wohnungsgenossenschaft
Hamburg-Wandsbek für preiswerte und komfortablere Wohnungen eintreten.“ Alle Diskussionsteilnehmer wiesen auf die Presseveröffentlichung vom gleichen Tage hin: Die Senatsantwort auf eine Anfrage der Linksfraktion offenbart die Riesenlücke zwischen 367.000 Anspruchsberechtigten und nur noch 97.000 Sozialwohnungen . Dennoch hat die SPD der WHW vorgeschlagen, auf geförderten Wohnungsbau ganz zu verzichten. Das kann für die Altbauten, bei unzweifelhaft hohen Kosten der Kernsanierung, nur Luxusmieten bedeuten, bei nicht marktfähigen
Grundrissen.


Obwohl Rot-Grün den Einleitungsbeschluss für ein Erhaltungsgebiet mit einer Stimme Mehrheit durchgesetzt hat, haben anschließend alle Fraktionen den Oppositionsantrag zur Einladung des Denkmalschutzgutachters Dr.Geerd Dahms zur nächsten Sitzung unterstützt. Linksfraktionsvorsitzender Julian Georg : „Hoffentlich können wir damit zur sachlichen Diskussion und
schnellen Lösung für die Mieter der Josephstrasse zurückkommen.“

Zum Hintergrund: Die Wohnungsgenossenschaft Hamburg-Wandsbek von 1897 eG (WHW)plant in der Josephstraße 10-18 den Bau von 66 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von knapp 5.000qm. 1/3 der Wohnungen sollen im 1.Förderweg mit einer Anfangsmiete von rund 6.00 Euro netto-kalt/qm errichtet werden. Inzwischen hat die WHW signalisiert, die Hälfte der Wohnungen im 1. Förderweg zu errichten.