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5. August 2008 Bürgerschaftsfraktion

Anti-Aids-Plakate im Hamburger Rathaus ausgestellt: LINKE verlangt erneut den Stopp der Michael-Stich-Kampagne

Die LINKE ist enttäuscht über undifferenzierten Umgang mit dem Thema Prävention. Aufrütteln ja, provozieren ja - aber nicht die Opfer zu Täterinnen machen! Deshalb kritisiert DIE LINKE die Anti-Aids-Kampagne der Michael-Stich-Stiftung und fordert, die Plakate nicht mehr öffentlich zu präsentieren. Als die Plakate vor einem Monat in Hamburg aufgehängt wurden, protestierte DIE LINKE bereits gegen den Aushang derjenigen Motive, die ausschließlich den Müttern die Schuld an einer HIV-Übertragung auf ihr Kind geben. Die Plakate schüren bei Betroffenen zudem Ängste Ängste und setzen entsolidarisierende Signale.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die Deutsche Aids-Hilfe, die die Plakate der Michael-Stich-Stiftung als "Fundraising" bezeichnet - sie diene dem Selbstzweck der Stiftung und nicht der Aufklärung. Die Kampagne trage nicht dazu bei, Solidarität zu erzeugen - die überlebenswichtig für von Aids betroffenen Männer, Frauen und Kinder ist. Immer noch werden Aids-Kranke stigmatisiert, bei der Arbeitsagentur als schwer vermittelbar eingestuft. Aids ist neben dem lebensbedrohlichen Aspekt auch eine Armutsfalle. Dass die Plakate nun im Rathaus ausgehängt wurden, zeugt von einer großen Unsensibilität und fehlender Auseinandersetzung mit dem Thema Aids.

Leider hat Christa Goetsch, Bürgermeisterin, nach dem an sie gerichteten Anschreiben seitens der frauen- und gesundheitspolitischen Sprecherin der LINKEN, Kersten Artus, keine Konsequenzen gezogen. Artus hatte Goetsch gebeten, sich für den Schutz Aids-infizierter Mütter einzusetzen und sie nicht dem Publicity-Wahn der Michael-Stich-Stiftung auszusetzen. "Diese Plakate eignen sich überhaupt nicht für den eigentlich guten Zweck, für den sie gedacht sind. Sie stempeln Frauen - junge Mütter - zu potenziellen Mörderinnen ihrer Kinder. Provozieren und Aufrütteln finde ich im Grunde gut, aber hier ging der Schuss voll daneben.", teilte Kersten Artus mit. Bislang hat Frau Goetsch die Kritik ignoriert. "Die Plakate müssen aus dem Rathaus entfernt werden", sagt Kersten Artus.