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3. Juli 2008 Bürgerschaftsfraktion

Anti-Aids-Kampagne der Michael Stich Stiftung in Hamburg sofort stoppen

Seit kurzem hängen auch in Hamburg die Plakate der Michael Stich Stiftung, die vor der HIV-Ansteckungsgefahr bei Kindern warnen sollen. Die frauen- und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Kersten Artus, kritisiert die Plakate als frauenverachtend und falsch und fordert, dass die Plakate sofort zurückgezogen werden müssen.

"Eine Aufschrift wie ,Das Kinn von Opa. Die Augen von Papa, HIV von Mama' trägt dazu bei, den Mütter die Schuld zu geben und Familien HIV-infizierter Kinder zu stigmatisieren. Das ist nicht wie beabsichtigt provozierend, sondern schlichtweg frauenfeindlich und gesundheits-politisch falsch", kommentiert Kersten Artus die Plakate. "Eine Mutter zu zeigen, die einen als Sarg entstellten Kinderwagen hält, oder ein Kleinkind in einer Todeszelle, ist nicht aufrüttelnd, sondern macht Angst."

"Die Kampagne ist gut gedacht, aber schlecht gemacht und muss deswegen zurückgezogen werden", sagt Artus. "Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erregen, ist nicht der richtige Weg, die Frauen zu erreichen, die sich bisher noch nicht testen lassen. Es schadet mehr als es hilft." Dabei ist es mehr als verwunderlich, dass die Michael-Stich-Stiftung nichts aus der Kritik gelernt hat, die bereits in anderen Bundesländern geäußert wurden. Schon in anderen Städten, zum Beispiel in Bremen, wurden die Plakate heftig kritisiert und letztendlich abgenommen.

Kersten Artus hat die zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, Christa Goetsch, aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Plakate von den Straßen Hamburgs verschwinden.

Zu den Fakten: Bei unbehandelten Schwangeren stecken sich laut des Robert-Koch-Instituts 16 Prozent der Neugeborenen an, bei behandelten Schwangeren nur zwei Prozent. Bei 13 von 16 2007 in Deutschland mit HIV geborenen Kindern war der Mutter kein HIV-Test angeboten worden. Seit Dezember 2007 wird Schwangeren gemäß Mutterschaftsrichtlinie routinemäßig ein HIV-Test angeboten. Bereits vorher haben sich über 90 Prozent der Schwangeren im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen testen lassen.