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24. Mai 2013 Bürgerschaftsfraktion

Anfrage der LINKEN: SPD-Senat schwächt die Stadtteilschulen

Das Gerede von den beiden ‚gleichwertigen‘ Säulen Stadtteilschulen und Gymnasien entpuppt sich damit immer mehr als haltlos. Schwere Versäumnisse des SPD-Senats in der Politik gegenüber den Stadtteilschulen hat eine neue Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft enthüllt. 

Zum Hintergrund: Nachdem bekannt geworden war, dass nur 25 Prozent aller Schülerinnen und Schüler, die mit Real- oder Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss die Schule verlassen, direkt im Anschluss einen Ausbildungsplatz finden, hatte die Schulbehörde im Februar erklärt, die „Berufsorientierung an den allgemeinen Schulen stärken“ zu wollen. 

In der Antwort auf die Anfrage „Will der SPD-Senat aus den Stadtteilschulen Berufsorientierungsschulen machen?“ (Drs. 20/7800) bejaht der SPD-Senat nun allen Ernstes die Frage, ob er glaubt, „mit mehr verbindlicher Berufsorientierung an Stadtteilschulen mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen.“ Noch vor zwei Jahren hatte der CDU-Senat auf die gleiche Frage mit „Nein“ geantwortet.

„Dabei hat schon das Hamburger Hauptschulmodell, das über zehn Jahre von 2001 bis 2011 lief, gezeigt, dass man mit Berufsorientierung nicht mehr Jugendliche in Ausbildung bringen kann“, sagt Dora Heyenn, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Das Hamburger Hauptschulmodell hat viel gekostet und war ansonsten ein Reinfall. Tausende Jugendliche, die in diesen Jahren die Hauptschule verlassen haben, wurden in Warteschleifen geschickt“, sagt Heyenn.  Nun wolle der SPD-Senat das gleiche mit den Stadtteilschulen wiederholen. Heyenn: „Das Nachsehen werden die Jugendlichen und ihre Eltern haben. Berufsorientierung bringt nur dann etwas, wenn es auch ein quantitativ und qualitativ auswahlfähiges Ausbildungsplatzangebot gibt. Das ist in Hamburg aber nicht der Fall.“ Nicht nur, dass die Stadtteilschulen mehr Berufsorientierung leisten müssten, sie sollen dafür auch noch aufkommen. Ursprünglich sollten die Stadtteilschulen dafür „120 Lehrerstellen“ bekommen (Drs. 19/8472 unter 2.1.1 auf Seite 4). Nun sind es nur noch 28 Lehrerstellen - 17 davon sollen an den Jugendberufsagenturen eingerichtet werden und 55 sollen die Stadtteilschulen selbst finanzieren. Dora Heyenn kritisiert: „Damit werden die Stadtteilschulen nicht gestärkt, sondern geschwächt.  Das Gerede von den beiden ‚gleichwertigen‘ Säulen Stadtteilschulen und Gymnasien entpuppt sich damit immer mehr als haltlos.“