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3. April 2012 Bürgerschaftsfraktion

Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse darf nicht vom Geldbeutel abhängen

Ab dem 1. April erhalten alle Personen einen Rechtsanspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit ihrer ausländischen Berufsqualifikation mit einem deutschen Berufsabschluss.

Aber auch nach dem heute vorgestellten Entwurf eines Hamburgischen Gesetzes über die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen werden zahlreiche Migranten und Migrantinnen weiter unterhalb ihrer Qualifikation arbeiten müssen. Sie haben jetzt zwar einen Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren, doch die Verfahren sind gebührenpflichtig. Die Höhe der Gebühren richtet  sich dabei nach dem Aufwand im Einzelfall.

"Die Anerkennung der Berufsqualifikation wird vom Geldbeutel und sozialen Status der Betroffenen abhängig gemacht. Die Kriterien Transparenz, Chancengleichheit und Qualitätssicherung sollten Grundlage jedes Anerkennungsverfahrens sein. Die Chancengleichheit ist nicht gewährleistet", so Dora Heyenn, Vorsitzende der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE.

Cansu Özdemir, Fachsprecherin für Integration, ergänzt: "Die Anerkennung und Feststellung von Kompetenzen und Berufsqualifikation muss Teil einer lückenlosen Förderkette im Rahmen eines Integrationsprogramms für Migranten und Migrantinnen sein. Nach dem Vorbild der skandinavischen Nachbarländer sollten Kompetenzfeststellungsverfahren für Zuwanderinnen und Zuwanderer eingeführt werden, insbesondere wenn keine schriftlichen Nachweise vorliegen. Ein Pilotprojekt für 100 Antragstelerinnen und Antragsteller ist unzureichend."

Auf zirka 6.000 wird die Zahl der Anerkennungssuchenden in Hamburg geschätzt. Es sind überwiegend Arbeitslose und unterhalb ihrer Qualifikation Beschäftigte mit einem ausländischen Berufsabschluss. DIE LINKE fordert die Bereitstellung ausreichender personeller und finanzieller Mittel.