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27. Oktober 2010 Bürgerschaftsfraktion

Altonaer Museum: kulturpolitischer Amoklauf und Missachtung des Parlaments

Die Fraktion DIE LINKE kritisiert die massiven Kürzungen des Senats im Kulturbereich, insbesondere die Schließung des Altonaer Museums, scharf. In ihrem Antrag "Die Zukunft des Altonaer Museums und der Stiftung Historische Museen Hamburg" (Neufassung Drs. 19/7511), den DIE LINKE zur Debatte in der heutigen Bürgerschaftssitzung angemeldet hat, nennt sie diesen Schritt "falsch, fatal und unverantwortlich" und fordert den Senat auf, "das Altonaer Museum mit seinem Bestand sowie seiner personellen und finanziellen Ausstattung an seinem derzeitigen Standort, als notwendiger Bestandteil der Stiftung Historische Museen zu erhalten und der Bürgerschaft ein, gemeinsam mit der Stiftung erarbeitetes, Konzept für die Entwicklung der Stiftung Historische Museen vorzulegen."

Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher und Vorsitzender des Kulturausschusses, fand in der Debatte deutliche Worte und sprach von einem "kulturpolitischen Amoklauf" und von einer "Missachtung des Parlaments", weil die Bürgerschaft erst 14 Tage vor der verkündeten Schließung des Museums informiert werden sollte und wegen der Ansetzung des Kulturgipfels während der Bürgerschaftssitzung. Zudem könne der Senat nicht darlegen wie die Kürzungen von 3,44 Mio. Euro realisiert werden sollten, da die festangestellten Museumsbeschäftigten weiter beschäftigt werden müssen und die Sammlung erhalten soll.

"Meine Damen und Herren, dass ist nicht nur kulturfeindlich, sondern auch noch dilettantisch und unausgegoren", erklärte Hackbusch. "Wir haben Wochen des kulturpolitischen Desasters hinter uns. Der Senat hat dafür gesorgt, dass Hamburg bundesweit den Ruf einer kulturellen Banausenstadt erworben hat. Und er hat versucht die einzelnen kulturellen Institutionen gegeneinander auszuspielen. Das wurde am deutlichsten zwischen dem Schauspielhaus und dem Thalia Theater. Ich bin froh feststellen zu können, dass er damit bei den kulturellen Aktiven in dieser Stadt auf Widerstand getroffen ist und die Proteste groß und solidarisch waren."

"Die Schließung des Altonaer Museums ist unverantwortbar, sie ist überhastet und ohne jedes Konzept für das kulturelle Erbe", so Hackbusch weiter. Er warf dem Senat mangelnde Kenntnisse der rechtlichen Lage und der Schätze dieses Museums vor. Zudem sei unklar wie die Sammlung weiter bestehen soll. "Aber sie wollen das Museum am 1. Januar schließen. Das nenne ich einen kulturpolitischen Amoklauf", schloss Hackbusch.