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7. Juli 2011 Bürgerschaftsfraktion

Altersarmut in Hamburg nimmt drastisch zu, Frührenten wegen psychischer Leiden erreichen traurigen Spitzenplatz

Wie stehts um die Gesundheit älterer Menschen in Hamburg? Welche Voraussetzungen schafft die Stadt, um der wachsenden Bevölkerungsschicht eine Leben in hoher Qualität zu ermöglichen? Mit einer Großen Anfrage hakte die Hamburger Linksfraktion zum Bericht des schwarz-grünen Senats vom Dezember 2010 zur Gesundheit älterer Menschen in Hamburg nach. Im diesem Senatsbericht wurden nur knappe, dafür bildreiche, Aussagen über Einkommensverhältnisse, Altersarmut und Gesundheit gemacht – viel Platz wurde hingegen den medizinischen Versorgungsmöglichkeiten und -leistungen der Stadt eingeräumt.

Erste Schlussfolgerungen: Es gibt eine starke Zunahme von Frühberentungen durch Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Betroffen sind bei Männern die Altersgruppen ab 45 bis 60 Jahre, während bei den Frauen bereits ab 40 Jahre ein höherer Anstieg an Frühberentung zu verzeichnen ist. Bislang dominierten bei Frühberentungen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems bzw. die Kreislauferkrankungen.
Immer mehr Menschen sind zudem auf Grundsicherung im Alter ab 65 Jahren angewiesen. 2005 betrug die Anzahl 12.103 Personen, 2008 schon 15.509 Personen und bis Mai 2011 waren es 17.090 Personen. Sie liegen mit ihrem Einkommen mehrere Hundert Euro im Monat unter der Armutsrisikogrenze von 900 Euro.

Kersten Artus, gesundheitspolitische Sprecherin: „Der Spalt in der Gesellschaft öffnet sich weiter, Armut verfestigt sich immer mehr. Die prekär Beschäftigten von heute sind die armen Alten von Morgen. Die Zunahme psychischer Erkrankungen in Hamburg mit ihren Folgen der Frühberentung ist besorgniserregend. Die Rente erst ab 67 Jahre ist ein glatter Hohn. Reha-Maßnahmen genehmigen die Krankenkassen nur noch spärlich. Die Frühberentungen durch psychische Erkrankungen spiegeln Stress, Arbeitsverdichtung und Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes wieder. Es ist erstaunlich, dass im Bericht des alten Senats darüber nichts ausgesagt wurde, dabei wollte doch Hamburg mit dem „Netzwerk psychische Gesundheit“ die Arbeitsunfähigkeitstage reduzieren und die Lebensqualität der Menschen anheben. Dafür wurde Hamburg sogar vom Bundesministerium ausgezeichnet. Das ist alles nur Show.“

Artus kündigt an, dass die Fraktion nach der Sommerpause einen Antrag zu einem Senioren-Mitwirkungsgesetz in die Bürgerschaft einbringen wird: „Die verbindliche Beteiligung der Älteren ist ein Muss – und auch die Gesundheitspolitik des Senats bedarf einer umgehenden Kehrtwende, das Arbeitsprogramm des SPD-Senats ist dazu nicht richtig aufgestellt.