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15. September 2009 AG Bildungspolitik

Alte entlasten - Junge einstellen!

Die GEW hat ihre Mitglieder zu einer Urabstimmung über einen Streik aufgerufen. Dazu erklärt die Landesarbeitsgemeinschaft Bildungspolitik der LINKEN:

Hamburg hat als einziges Bundesland keine Altersteilzeit und Altersermäßigung für Lehrer und Lehrerinnen. Seit einem Jahr verweigert der Senat kategorisch jegliches Gespräch darüber mit der GEW- trotz des sonst erfreulich offenen Kommunikationsstils der Schulsenatorin.

Dabei weiß jeder, dass….

  • überlastete Lehrer und Lehrerinnen weder die nötige Zeit für gute Unterrichtsvor- und Nachbereitungen noch für angewachsene Eltern-, Erziehungs- und Organisationsarbeit haben können,
  • die in Gang gekommenen Reformen (mögen sie auch noch so klein sein) nur mit zusätzlichem Arbeits- und Fortbildungsaufwand der betroffenen KollegInnen vor Ort in den Schulen gelingen können,
  • es ein Unding ist, Ältere länger und mehr arbeiten zu lassen und Junge in die Arbeitslosigkeit oder in Warteschleifen zu schicken,
  • jetzt, wo sie noch zu bekommen sind, junge LehrerInnen eingestellt werden müssen, nicht erst, wenn wegen der Pensionierungswelle ein Lehrermangel droht und
  • bei Altersteilzeit und -ermäßigung die erfahrenen Lehrkräfte der Schule länger erhalten bleiben und Frühpensionierungen vermieden werden.

Der neue Kommunikationsstil der Schulsenatorin wird unglaubwürdig, wenn sie zwar über Schulstrukturen und Schulentwicklung groß angelegte Gesprächsrunden abhält, aber über sozial- und personalpolitische Fragen nicht einmal mit der zuständigen Gewerkschaft verhandeln will. Die „Dienstherrin“  hat auch eine „Fürsorgepflicht“ gegenüber ihren „Untergebenen“. Und auch der 1. Bürgermeister.

Darum ist es vollauf berechtigt, dem Senat durch Urabstimmung und Streik Druck zu machen: Alte jetzt entlasten, Junge jetzt einstellen!

Es ist an der Zeit, nicht länger auf die Gewogenheit „der da Oben“ zu warten. Es ist an der Zeit, die überkommene spezifisch deutsche, obrigkeitsstaatliche herrschende Rechtsauffassung, dass Beamte nicht streiken dürften, anzugehen.

Die IAO/ILO, die internationale Arbeitsorganisation, hat schon vor Längerem die Bundesregierung aufgefordert, den Beamten das volle Streikrecht zu geben.

DIE LINKE findet es richtig, nicht länger zu warten, sondern vom Grundrecht auf kollektive Wahrnehmung der Interesse Gebrauch zu machen.

Das Verständnis in der Öffentlichkeit darf vorausgesetzt werden.