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3. Februar 2010 Jan van Aken

Afghanistan: mehr Soldaten – mehr Probleme

„Mehr Soldaten, mehr Probleme“, das ist die Erkenntnis, die Jan van Aken und Christine Buchholz auf ihrer fünftägigen Reise in Afghanistan immer wieder gewonnen haben. Zu den zahlreichen Gesprächen mit Vertretern und Vertreterinnen der Bundeswehr, der afghanischen Zivilgesellschaft, der UNO, aus Wissenschaft, Politik und Entwicklungshilfe sowie mit Oppositionellen zum Bundeswehreinsatz am Hindukusch erklärt van Aken, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE:

„Unter dem Strich ist klar: alle Vorschläge der Bundesregierung im Anschluss an die Londoner Konferenz gehen völlig an der Realität in Afghanistan vorbei. Statt 850 weitere Soldatinnen und Soldaten nach Afghanistan zu schicken, muss der zivile Aufbau im Zentrum stehen. Auch die Aufstockung der Entwicklungshilfe ist eine Farce, solange sie in erster Linie den Bundeswehreinsatz flankiert.“

Christine Buchholz, friedenspolitische Sprecherin ergänzt: „Vor allem darf sich der Aufbau nicht an militärischen Strategien orientieren, sondern muss an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung ausgerichtet werden. Mehr Polizeiausbilder nach Afghanistan zu schicken geht an den Problemen vorbei, da die Polizei momentan quasi militärisch operiert.

Das größte Hindernis für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan sind nach wie vor die vielen Kriegsverbrecher und Warlords in Hamid Karzais Regierung. ‚No justice, no peace‘ – ohne Gerechtigkeit keinen Frieden. Auch das war die klare Botschaft unserer Gesprächspartner"