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23. Juli 2012 Bürgerschaftsfraktion

80 Jahre Altonaer Blutsonntag: Lesung und Gespräch mit Robert Brack im Rathaus

Am kommenden Mittwoch, den 25. Juli, um 18 Uhr im Bürgersaal des Hamburger Rathauses lädt die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft herzlich zu Lesung und Gespräch mit Robert Brack "80 Jahre Altonaer Blutsonntag" ein. Die Moderation übernimmt die  stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christiane Schneider.

Am 17. Juli 1932 zogen 7000 uniformierte und teilweise bewaffnete SA durch das "rote Altona". Dieser Tag ging als "Altonaer Blutsonntag" in die Geschichte ein. Am 17. Juli 2012 jährte er sich zum 80. Mal. Aus diesem Anlass lädt die Linksfraktion zu der Veranstaltung mit Robert Brack ein.

Robert Brack hat den Altonaer Blutsonntag, die Geschehnisse, die Lügen der Polizei, der preußischen Behörden und der Presse in einem packenden historischen Kriminalroman aufgearbeitet. Er verarbeitet dabei die kritischen Forschungsergebnisse insbesondere von León Schirmann, Zeugenaussagen und Zeitzeugenberichte.

Zwei SAler und 16 AnwohnerInnen waren an diesem 17. Juli 1932 zu Tode gekommen. Die genauen Todesumstände wurden von offizieller Seite nie aufgeklärt. Die Polizei behauptete, der Marsch der Nazis und die ihn sichernden Polizisten seien von Dächern und Fenstern aus beschossen worden. Sicher scheint heute aber:  Die 16 AnwohnerInnen starben durch Polizeikugeln. Die Polizei feuert blindwütig in die umliegenden Häuser, sie gaben insgesamt mehr als 5000 Schüsse ab.

Der Altonaer Blutsonntag hat sich tief in das Gedächtnis der Hamburger Bevölkerung eingegraben. Das wurde auch am 17. Juli 2012 deutlich, als rund 300 Menschen an einem szenischen Stadtteilrundgang teilnahmen, zu dem u.a. die VVN eingeladen hatten und der die soziale und politische Situation 1932 in Altona und die furchtbaren Ereignisse des 17. Juli eindrucksvoll nachzeichnete.

Die Situation heute ist mit der Situation von 1932 in keiner Weise zu vergleichen. Aber trotzdem schrecken wir auf, wenn der  Einsatzleiter der Polizei Born in einer öffentlichen Innenausschusssitzung über die antifaschistischen Protestaktionen am 2. Juni in Wandsbek in völliger Verdrehung der Tatsachen und wider besseres Wissen behauptet, dass "um die 3.000 ausschließlich dort waren, um Gewalttaten, Straftaten zu verüben". Was bezweckt diese ungeheuerliche Diffamierung der AntifaschistInnen, die am 2. Juni in Wandsbek zu Tausenden gewaltfrei demonstrierten bzw. an gewaltfreien Sitzblockaden teilnahmen?

Das "offizielle Hamburg", Polizei, Senat und Bürgerschaft haben sich bis heute nicht zur Verantwortung der Polizei für das Massaker von 1932 erklärt. Das kann von ihnen verlangt werden, auch aus aktuellen Gründen.