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1. Dezember 2012 Landesparteitag

Solidarität mit den Streikenden bei Neupack!

Seit 1. November 2012 steht die Belegschaft des inhabergeführten Verpackungsmittelherstellers Neupack im unbefristeten Streik. Die KollegInnen an den beiden Standorten Hamburg-Stellingen und in Rotenburg/Wümme streiken für einen Haustarifvertrag, der gleiche Löhne für gleiche Arbeit und regelmäßige Gehaltserhöhungen sichern soll. Dieser orientiert sich am Flächentarif der IG BCE, liegt aber bei 82 Prozent von dessen Leistungen.

Die Familie Krüger – die Eigentümer des Konzerns – führt ihre beiden Betriebe in Gutsherrenmanier. Dem unbefristeten Streik gingen bereits mehrere Arbeitskämpfe um die elementaren Rechte der ArbeiterInnen voraus, bei denen sich die KollegInnen gegen die Krügers  nur durch eine konsequente gewerkschaftliche Praxis durchsetzen konnten. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch ungleiche Löhne für die gleiche Arbeit und Stundenlöhne, die teilweise unter acht Euro und bei langjährig Beschäftigten unter neun Euro liegen.

Gegenwärtig agiert die Krüger-Familie mit diversen schäbigen Methoden, die Kapitalisten zur Verfügung stehen, um Arbeitskämpfe zu torpedieren und die Willen der streikenden KollegInnen zu brechen. Sie macht miserable Angebote, erlässt Einstweilige Verfügungen vor Gericht, beantragt haltlose fristlose Kündigungen für den Betriebsratsvorsitzenden, organisiert eine Propagandakampagne zu ihren Gunsten mit Hilfe einer Werbeagentur (Menyesch Public Relations GmbH) und setzt seit Wochen StreikbrecherInnen ein.

Umso beeindruckender ist die Kampfmoral, das Durchhaltevermögen und der Widerstand, den die KollegInnen aufrechterhalten. Der Streik zeigt, dass nur die Organisation der ArbeiterInnen und eine aktive Gewerkschaftsarbeit an der Basis die Möglichkeit bieten, überhaupt Rechte erkämpfen zu können.

Dass der Senat untätig geblieben ist, nachdem er auf eine Reihe von Verletzungen von Arbeitsschutz- und Sicherheitsbestimmungen beim Einsatz der Streikbrecher aufmerksam gemacht wurde, missbilligen wir zutiefst! Es ist keine Einhaltung der Tarifautonomie, zu schweigen, wenn Verordnungen und Schutzbestimmungen gebrochen werden! Damit wurde vielmehr der Streik geschwächt!

Die Delegierten des Landesparteitages der DIE LINKE Hamburg bekräftigen das bisherige Engagement zur Unterstützung des Arbeitskampfes durch die Partei, die Bürgerschaftsfraktion und den Jugendverband. Sie solidarisieren sich mit dem Streik der KollegInnen bei Neupack für die Forderungen ihrer Gewerkschaft IG BCE. Damit er ein Erfolg wird, müssen auch wir alles tun, was in unserer Macht steht. DIE LINKE.Hamburg fordert alle HamburgerInnen , insbesondere die GewerkschafterInnen auf die gerechte Forderung der Neupackbeschäftigten und ihrer Gewerkschaft IG BCE nach dem Abschluss eines Tarifvertrages aktiv zu unterstützen.