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30. Januar 2009 AG Bildungspolitik

Beschluss der LAG Bildung der LINKEN zur Schulentwicklung

DIE LINKE tritt für „Eine Schule für Alle“ ein und lehnt das Zweisäulenmodell ab. Sie ist gegen eine getrennte Bildung der SchülerInnen nach der 6. Klasse in Stadtteilschulen und Gymnasien, denn dieses Modell festigt die längst überholte Bildungsvorstellung einer Trennung von theoretischer und praktischer Bildung und es fördert die soziale Auslese.

Die LINKE betrachtet die geplante Einführung der Primarschule als einen Zwischenschritt zu längerem gemeinsamen Lernen in einer Schule für alle, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden:

  1. Die Primarschulen müssen in integrierter Form mit binnendifferenzierten, individuellen und gemeinschaftlichen Lern- und Lehrkonzepten gestaltet werden und Schülerinnen mit sonderschulpädagogischem Förderbedarf einbeziehen. Eine äußere Differenzierung ab Klasse 5 in „Gute“ und „Doofe“, wie es Teile der CDU wollen, lehnen wir strikt ab.
  2. Die Primarschulen müssen organisatorisch, pädagogisch und räumlich eigenständig  sein.
  3. Die Primarschulen müssen Bezirksschulen sein nach dem Prinzip „kleine Beine, kurze Wege“ und dürfen nicht auf eine Mindestzügigkeit von drei Schuljahren festgelegt werden.
  4. Es dürfen an den Primarschulen nur solche Profile geben (z.B. in Sprachen), die auch an den Stadtteilschulen fortgeführt werden. Alles andere würde auf die im Grundgesetz verbotenen „Vorschulen“ (das sind Grundschulen an Gymnasien) hinauslaufen.

DIE LINKE fordert, dass folgende Grundsätze für die Gestaltung der weiterführenden Schulen  nach Klasse 6 berücksichtigt werden, solange es noch keine Gemeinschaftsschule gibt:

  1. In allen weiterführenden Schulen darf es keine äußere Leistungsdifferenzierung geben. Jahrgangsübergreifender Unterricht muss ermöglicht werden.
  2. Es darf keine Zwangsabschulung an den weiterführenden Schulen geben. SchülerInnen mit sonderschulpädagogischem Förderbedarf müssen integriert werden.
  3. Jede weiterführende Schule bietet allein oder im Verbund mit anderen eine eigene Oberstufe an, die zum Abitur führt.

Generell muss im Schulgesetz verankert werden, dass alle Schulen, die das wünschen, sich allein oder mit anderen Schulen zusammen in eine Gemeinschaftsschule umwandeln können.

DIE LINKE fordert eine erheblich bessere materielle und personelle Ausstattung der Schulen. Das heißt:

  1. Die Klassenfrequenzen müssen deutlich gesenkt werden: im ersten Schritt keine Klasse über 20 SchülerInnen in der Primarstufe und keine über 25 in der Sekundarstufe I und II.
  2. Das Lehrerarbeitszeitmodell muss abgeschafft werden, die Arbeitszeit der LehrerInnen muss verkürzt und es müssen mehr LehrerInnen eingestellt werden.
  3. Das Büchergeld muss abgeschafft werden.
  4. Um- und Zubauten müssen eingeplant werden, besonders hinsichtlich der Einrichtungen weiterer Ganztagsschulen.
  5. Die Fortbildungsoffensive darf nicht bloße Symbolpolitik bleiben, sondern muss ihren Namen auch verdienen. Die Lehrerfortbildung ist daher in bisher unbekanntem Maßstab auszuweiten, um alle Lehrkräfte zu integrativem Unterricht optimal zu befähigen.
Dateien:
AG-BIP_ZSM_090130.pdf24 K