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23. August 2012 Wohnungspolitik, Aus den Bezirken

Wie wollen wir wohnen? Radeln auf den Spuren des Wohnungsbauprogramms

Der Einladung zu einer  Radtour mit dem Thema „Wohnen“ waren am 17.8. etliche interessierte Bürger und Vertreter von Bürgerinitiativen gefolgt. Die Sprecherin für Stadtplanung der Linkspartei in der Bürgerschaft, Heike Sudmann, wollte über Vorstellungen für bezahlbares Wohnen in Gemeinschaft ins Gespräch kommen.

Was lag näher, als die „Allmende-Siedlung“ – ein alternatives Wohnprojekt hinter der Stadtgrenze in Ahrensburg zu besichtigen?

Gemeinschaftliches Wohnen und Leben ist das Ziel der rund 150 Bewohner, die vor rund 10 Jahren einen Verein gründeten und gemeinsam das Grundstück kauften. Jeder kaufte selbst seine Wohnung, Grund und Boden aber gehören allen gemeinsam.

„Dass die Terrassen nicht eingezäunt werden, weil sie kein Privatbesitz sind, darüber wurde lange diskutiert“, erinnert sich Karl Fischer. Auch dass die Autos nicht bis vor das Haus fahren dürfen, sondern auf den dafür vorgesehenen Parkplätzen abgestellt werden müssen, erregten zunächst Widerspruch, jetzt habe man sich daran gewöhnt. Ein gemeinsames Heizhaus versorgt alle Bewohner, ein Jugendhaus wurde direkt nach den Vorstellungen der Jugendlichen gebaut.
Der Altersdurchschnitt der Allmende-Bewohner ist Mitte 40 und seit 2005, als die Ersten einzogen, wurden schon 20 Kinder geboren, die es genießen, in der grünen Wohnanlage herumzutoben.
„Ältere und jüngere Bewohnerleben hier nicht neben- sondern miteinander“, sagt Fischer, dies habe sich eigentlich wie von selbst ergeben.

Insgesamt, so das Fazit der Besucher, sei dies ein Projekt für Menschen, die in beruflicher und damit finanzieller Sicherheit leben, nicht jeder könne sich so hoch verschulden, um eine Wohnung zu erwerben. Es gibt aber auch dort einen Anteil von Mietwohnungen
mit Fördermitteln.

Weitere Ziele waren das heftig diskutierte Projekt der Oekowobau auf dem Ferck`schen Hof am Buchenkamp, wo Reni Meier vom Bürgerverein und Jörn Scheulenburg von der Genossenschaft  berichteten. Über Bredenbekkamp in Ohlstedt und Spechtort in Lemsahl fuhren die Standfestesten noch zur Strengesiedlung in Poppenbüttel.

Im Vorgarten von Doc Grymlas, Vertrauensmann des Bürgerentscheids, wurde noch eine abendliche Stunde mit einigen Bewohnern  über ihre Kompromissvorschläge für ein Planverfahren und die Erwartungen an die  Bezirkspolitik diskutiert.

Die Altonaerin Heike Sudmann war nicht nur von Sonne und Landschaft begeistert, sondern auch  von der informativen Begegnung mit engagierten Bürgern aus den Walddörfern und Alstertal.