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1. August 2009 Jan van Aken, Wahlen 2009

Warum eigentlich Die Linke?

In den letzten Wochen bin ich oft gefragt worden, warum ich als Ex-Greenpeacer denn nun ausgerechnet für die LINKE kandidiere.

Meine Antwort darauf ist simpel: Wo denn sonst? Ich habe nicht 30 Jahre mit Herzblut, Lust und Laune für Frieden, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit gekämpft, um da jetzt faule Kompromisse einzugehen.

Ich kann es einfach nicht verstehen, wenn friedliebende Menschen SPD oder Grüne wählen. Bis vor 15 Jahren war es in Deutschland noch vollkommen undenkbar - bis ganz weit in die Konservativen hinein - dass die Bundeswehr in einen Krieg zieht. Viele Jüngere kennen das gar nicht mehr, weil SPD und Grüne dieses Tabu mit dem Angriffskrieg gegen Jugoslawien gebrochen haben. SPD und Grüne haben es zu verantworten, dass Krieg wieder ein ganz normales Mittel der deutschen Außenpolitik geworden ist, dass Friedensaktivisten sich geradezu dafür rechtfertigen müssen, wenn sie Auslandseinsätze und Rüstungsexporte kritisieren.

Vor allem aber kommt für mich keine Partei in Frage, die die unsozialen Hartz-Gesetze beschlossen hat. Die SPD hat sich unter Schröder ent-sozialdemokratisiert und kräftig dazu beigetragen, den Reichtum dieser Gesellschaft immer mehr von unten nach oben zu schaufeln. In vielen Jahren SPD- und Grünen-Beteiligung an der Regierung ist die Schere zwischen Arm und Reich in der Bundesrepublik so weit aufgegangen wie nie zuvor. Das muss ein Ende haben.

Selbst in ihrem Kernbereich, dem Umweltschutz, haben die Grünen in Hamburg auf der ganzen Linie versagt. Unter ihrer Regierungsbeteiligung wird hier gerade mit dem Kohlekraftwerk Moorburg eine der größten Dreckschleudern Deutschlands gebaut. Ich kann verstehen, wenn Menschen sich da endgültig von der Politik abwenden - wobei ich finde, dass sie sich lieber der LINKEN zuwenden sollten.

Entscheidend ist für mich, dass die LINKE mehr ist als nur eine Partei. Erstmals seit vielen Jahrzehnten haben wir hier in Deutschland die Chance, eine dauerhafte linke Kraft aufzubauen. Eine Kraft, die auf der Straße und im Parlament für eine bessere, gerechtere Welt kämpft, die soziale Bewegung unterstützen oder lostreten kann, die ein ständiger Widerspruch zu den etablierten Parteien ist. Deshalb kandidiere ich für die LINKE, und weil es das vorher nicht gab, war ich Zeit meines Lebens auch noch nie in einer anderen Partei.

Jan van Aken im Internet: www.jan-van-aken.de