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22. März 2012 Aus der Partei

Persönlicher Bericht über die 15. Bundespräsidentenwahl am 18.3.2012

Es war nicht nur ein „schöner Sonntag“…
… auch schon der Sonnabend ließ sich gut an,

denn die Bundestagsfraktion der LINKEN hatte eingeladen zu einer „Begegnung und Feier mit Beate Klarsfeld“. Wir Hamburger (Irfan und ich als Delegierte und Astrid und Peter als Gäste) machten uns deshalb auf den Weg in das Umweltforum Berlin in der Auferstehungskirche im Bezirk Friedrichshain. Dort erhielten wir Delegiertenunterlagen und setzten uns zu einigen Berliner GenossInnen an den Tisch. Das Programm: Kurze Vorstellungsrunde aller Delegierten und Gäste mit Gesine Lötzsch – Kulturbeitrag mit Orgelmusik (wegen Kirche) – offizielle Begrüßung, insbesondere Beate Klarsfelds und Familie durch Dietmar Bartsch – Interview mit Beate Klarsfeld. Sie hat mir sehr gut gefallen. Ihre Ausstrahlung war sympathisch und ihre Antworten schlagfertig und humorvoll.

Klaus Ernst hielt eine Rede zum Thema „Kampf gegen den Faschismus“, das er mit dem Thema Soziale Gerechtigkeit verband. Anschließend spielte eine ukrainische Musikgruppe und es wurde getanzt. Der gemütliche Abend mit Kontaktaufnahme zu GenossInnen vor allem aus Berlin ging gegen 10:30 Uhr zu Ende.

Der Sonntag begann mit einer Fraktionssitzung unter der Leitung von Gregor Gysi, der uns sanft darauf hinwies, Beate Klarsfeld zu wählen. Danach war ein Fototermin aller Delegierten der LINKEN sowie der Hamburger Gruppe (s.beil. Foto) angesetzt. Anschließend wurde es dann ernst und wir mussten in den Plenarsaal. Jan und ich hörten dort die sehr gute launig-ernste Rede von Parlamentspräsident Norbert Lammert. Vor der Wahl aber mussten wir noch  über 3 NPD-Anträge abstimmen, die unisono von allen Parteien abgelehnt wurden (dieNPD war mit 3 Delegierten anwesend).

Dann durften wir wählen, eine sehr zeitaufwendige Angelegenheit.  Jeder Delegierte wurde namentlich aufgerufen. Jan und ich mit den Anfangsbuchstaben A des Namens brauchten nicht allzu lange warten, bis wir unseren Wahlzettel in die Urne stecken konnten. Wir hatten deshalb Zeit, auf der Terrasse des Reichstages die wunderbare Sonne zusammen mit unserer Rest-Gruppe an diesem „schönen Sonntag“ zu genießen.

Vor der Bekanntgabe des Wahlergebnisses hatten Jan und ich einen Rundgang durch den Plenarsaal gemacht. Politik-Prominenz, wo man hinsah:

Direkt vor uns standen im SPD-Pulk: Steinmeier, Steinbrück, Klose, Gabriel, Nahles, Hannelore Kraft, Wowereit und natürlich Olaf samt Anhang der Hamburger SPD-Fraktion. Etwas abseits: Rösler, Lindner, von der Leyen, Schäuble, Westerwelle, Künast, Trittin und natürlich Merkel. Und vor uns plötzlich: Jan Josef Liefers, der Dr. Börne aus dem Tatort. Die LINKEN-Promis lasse ich weg, die haben wir ja schon den Abend vorher gesehen und (teilweise) gesprochen.

Dann endlich, nach einer ca. einstündigen Unterbrechung die Verkündung des Wahlergebnisses, das uns mit einiger Genugtuung erfüllt hat: 3 Stimmen mehr für Beate Klarsfeld als LINKE-Delegierte anwesend waren und immerhin 108 Enthaltungen.

Herr Gauck war also mit großer Mehrheit gewählt. In seiner kurzen Rede betonte er den „schönen Sonntag“ und was er als Bundespräsident bewirken wolle - gerührt von seiner eigenen Bedeutung und im Ton pastoral.

Das war die Pflicht. Die Kür folgte mit einem opulenten Büfett, Sekt, Wein, Bier, alles super. Einen längeren smalltalk mit Gregor Gysi zur Lage der Partei im Allgemeinen und Berlins im Besonderen und das plötzliche Auftauchen von Joachim Gauck mit Sicherheitstross und shakehands bildete für uns quasi den Abschluss dieser Bundesversammlung. Und noch eins: Ich konnte es mir nicht verkneifen, Alice Schwarzer anzusprechen, die ich in früheren Zeiten bewundert habe.

Das wars dann – schade, dass man so etwas nicht öfter erleben kann!