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5. Dezember 2010 Aus den Bezirken, Hochschul- und Wissenschaftspolitik

Mit-Wissen, Mit-Diskutieren, aber auch: Mit-Bestimmen!

(Die Bereiche A und B sind Planungsgegenstände, mit Bereich A wird begonnen)

 

Eröffnungsveranstaltung des Bürgerbeteiligungsverfahrens Uni-Planung im Geomatikum am 30.11.2010


Markus Birzer, der Moderator des Bürgerbeteiligungsverfahrens „Uni baut Zukunft", blickte sichtlich zufrieden in die Runde und drückte seine Freude darüber aus, dass sich mehrere hundert Anwohner, Mitarbeiter und Studierende der Uni im Hörsaal des Geomatikums eingefunden hatten, um ihr Interesse und ihre Wachsamkeit zu bekunden - der Geist der Anti-S21-Bewegung umwehte den Saal.

Es hatte sich Hamburger Spitzenpersonal eingefunden: Die (Noch-)Senatorin Gundelach, der Uni-Präsident Lenzen und der Eimsbütteler Bezirksamtsleiter Sevecke, der seinen Auftritt sichtlich genoss und das Auditorium spüren lassen wollte, das er nicht nur ein guter politischer Sachhalter „seines“ Bezirkes ist, sondern auch – als ehemaliger Planungsreferent der Hamburger Behörde – etwas von der Sache versteht.

Gleich zu Anfang wurde ein Transparent entrollt: „WIESE BLEIBT“. Arnd Prentzel, einer der Protagonisten, sprach gleich zu Anfang an, worum es den Anwohnern des Schröder-Stifts und drum herum geht: Schutz und Erhalt der „Roncalli-Wiese“ und des „Feucht-Biotops“ am Rande des Geomatikums. Kein Plattmachen des bisschen Grüns, dass für die Anwohner, insbesondere die Kinder, so wichtig ist, für gesunde Luft und als Areal zum Spielen und Tollen! Auch seltene Tierarten sollen dort gesichtet worden sein.

Senatorin Gundelach eröffnete den Reigen und sprach über die Senatsplanungen und brachte es beinahe fertig, die Entscheidung für Eimsbüttel als ihren Herzenswunsch zu präsentieren, was aber prompt vom Plenum durch Lacher quittiert wurde. Professor Lenzen, der sich von Anfang an für Eimsbüttel ausgesprochen hatte, brachte plausibel die Vorteile dieser Standortwahl zum Ausdruck: Urbanität, Eingebundenheit von Forschenden, Lehrenden und Lernenden in einen lebendigen Stadtteil, kurze Wege, zusammenhängende Uni-Komplexe, zentrale Campuslagen, gute Latte macchiato-Versorgung…

BA-Leiter Sevecke unterstrich die „Offenheit des Planungsverfahrens“ und die Bemühungen seines Hauses, die Beteiligung und Mitsprache der Bürger(innen) ernst zu nehmen und dafür auch jederzeit Ansprechpartner zu sein, wobei er vorsorglich darauf hinwies, dass nicht alle Wünsche erfüllbar seien und die Behörde auf Verständnis und Kompromissbereitschaft „bei allen Beteiligten“ setze…

Eine Probe aufs Exempel wurde durch die Frage von Hartmut Obens (Dillstr.) gemacht, wie denn das „Preisgericht“, das den Siegenentwurf der etwa 25 erwarteten Planungsentwürfe zu entscheiden hat, zusammengesetzt sei. Ob sich darin auch die Bürgerbeteiligung widerspiegele?

Die Senatorin gab auch eine Antwort: Sie zählte die Behörden auf, die als „Zahler“, „Planer“, „Verwalter“ usw. „ein Wörtchen mitzureden“ hätten. Und die Bürger, sind sie doch die eigentlichen „Zahler“, Steuer-Zahler? Also nicht nur Mit-Wissen, Mit-Diskutieren, sondern auch „Mit-Entscheiden“. Fehlanzeige! Das ist offenkundig in der Parallel-Welt von Senatorin Gundelach und der Behörden nicht vorgesehen. Auch hier bewies BA-Leiter Sevecke Feinfühligkeit. Er räumte ein, dass auch hierüber „nachgedacht“ werden müsse… Wir sollten ihn dabei tatkräftig unterstützen.

Die Veranstaltung war insgesamt sachlich, streckenweise fast emotionslos; lediglich den Schröderstift-Bewohnern und einigen engagierten Naturschützern merkte man an, dass ihnen die Sache unter die Haut ging.

Wie geht’s weiter? Interessierte können sich in sogenannte „Focusgruppen“ einschreiben und in den verschiedenen Themenkomplexen, zunächst zum ersten Planungsprozess „Campus Bundesstraße“ mitarbeiten: Angehörige, Anwohner(innen), Campusgestaltung, Quartiersentwicklung.