Zurück zur Startseite
8. März 2012 Frauen- und Gleichstellungspolitk

Internationaler Frauentag 2012: Uns gehört die halbe Welt – wir wollen sie endlich haben!

Menschen auf der ganzen Welt feiern am 8. März den Internationalen Frauentag. Zum 101.-Mal wird er nun offiziell begangen. In einigen Ländern ist er sogar ein Feiertag.

Ein Ritt über die brutale Realität von Frauen in der Welt verdeutlicht ihre gesellschaftliche Situation: In Asien fehlen mittlerweile 160 Millionen Frauen, weil durch gezielte Abtreibungen weibliche Föten vernichtet wurden. In vielen Ländern werden die Genitalien von Frauen verstümmelt, und ihnen damit Freiheit, Lust und oft genug das Leben genommen. In Kriegsgebieten sind Massenvergewaltigungen nach wie vor an der Tagesordnung und werden systematisch eingesetzt, um Völker zu unterwerfen.

Auch in Deutschland haben Gewalt und Armut ein Geschlecht. Trotz Wahlrecht, trotz eigenständiger Berufswahl, trotz Antidiskriminierungsrechte und –gesetzen sind es die Frauen, die strukturell unterdrückt und ausgebeutet werden. Die Hartz-Repressionen haben die Abhängigkeiten manifestiert. Sie richten sich gegen Männer und Kinder gleichermaßen, doch verhindern sie die notwendige weibliche Emanzipation.

DIE LINKE hat daher den gesetzlichen Mindestlohn, die Abschaffung von Minijobs und Leiharbeit auf der Agenda sowie eine repressionsfreie Grundsicherung. Sie hat in ihrem Erfurter Programm 2011 die Feminisierung der Gesellschaft eindringlich beschrieben, weil es sonst keine menschengerechte Welt geben kann.

In Hamburg setzt die Linksfraktion auf Gleichstellungsgesetze. Sie fordert einen Landesaktionsplan „Gute Arbeitsplätze für Frauen“ und das Gender Budgeting. Sie fordert mehr Frauenhausplätze und deren abgesicherte Finanzierung. Sie hat eine Bundesratsinitiative für die Novellierung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes eingebracht, damit die Gewerkschaften ein Verbandsklagerecht zur Durchsetzung von fairen Frauenlöhnen erhalten können.

DIE LINKE benennt, dass Zeit ein wesentlicher Faktor für ein auskömmliches Leben ist. Frauen arbeiten in Zwangsteilzeit, sie leisten unentgeltlich Sorgearbeit, sie haben viel weniger Zeit für sich, ihre Muße, ihre Leidenschaften. Daher ist eine gesellschaftliche Umverteilung von Arbeit unerlässlich. Eine drastische Reduzierung der entlohnten Wochenarbeitszeit muss her, um die Ressourcen gerecht zu verteilen und die wachsende Produktivität aufzufangen. Der systematische Vernichtung von Arbeitsplätzen muss klarer begegnet werden. Diejenigen, die dafür verantwortlich sind, die Unternehmen, müssen zur Verantwortung gezogen, ihre Arbeitsplatzvernichtung sanktioniert werden. Bis zur Enteignung.

In Gedenken an jene, die sich auch vor über 100 Jahren schon für Frauenrechte einsetzen, begehen wir diesen Internationalen Frauentag auch in Freude an diese Menschen, die soviel für uns erkämpft haben. Er ist Mahnung, Aufruf und Feiertag zugleich.