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3. März 2009 Umweltpolitik, Jan van Aken

Hamburg und Europa gentechnikfrei!

Noch nie standen die Chancen so gut, die Gentechnik endgültig von unseren Äckern und Tellern zu verbannen. Am Montag dieser Woche stimmte die große Mehrheit der EU Umweltminister gegen einen Anbauzwang gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa. Selbst Sigmar Gabriel traute sich endlich, der Chemielobby in der Koalition die Stirn zu bieten. Damit dürfen Ungarn und Österreich weiter den Anbau von Gen-Mais verbieten, auch die Bundesregierung sollte endlich nachziehen und grundsätzlich alle genmanipulierten Pflanzen von den Äckern in Deutschland verbannen. Denn die Mehrheit der deutschen VerbraucherInnen lehnt Genfood nach wie vor ab und möchte sich nicht von Chemiekonzernen diktieren lassen, was auf den Teller kommt (http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1222277723).

In Hamburg formierte sich Anfang des Jahres eine Initiative gentechnikfreies Hamburg ( www.hamburg-gentechnikfrei.de). Die LINKE unterstützt deren Forderung, dass auf städtischen Flächen keine Gen-Pflanzen angebaut werden und in städtischen Einrichtungen oder Betrieben – Kantinen, Kindergärten, Schulen – keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel eingesetzt werden. Wir haben hierzu bereits eine Kleine Anfrage an den Senat gestellt sowie einen Antrag zu einem gentechnikfreien Hamburg in Vorbereitung.

Die einzigen Profiteure der Gen-Pflanzen sind eine Handvoll globaler Konzerne. Alle bislang angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen dienen einzig und allein den Interessen der Agrarindustrie und nicht den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Pflanzen, die gegen Pestizide resistent sind, oder eigene Pestizide produzieren, haben keinen Verbrauchernutzen, sondern bergen im Gegenteil ökonomische, ökologische und gesundheitliche Risiken. Eine deutliche Mehrheit der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher steht deshalb nach wie vor Gen-Food kritisch gegenüber.

Einmal in die Umwelt freigesetzt, sind Gen-Pflanzen nicht mehr rückholbar. Sie stellen eine Gefahr für das ökologische Gleichgewicht und die menschliche Gesundheit dar. Der großflächige Anbau von Gen-Pflanzen in Nordamerika und Argentinien macht dies drastisch deutlich: höherer Pestizidverbrauch, Entstehung von Superunkräutern, Schädigung von Nützlingen, Verdrängung traditioneller Pflanzenarten und damit die Gefährdung unserer Artenvielfalt.

Auch für die Länder des Südens stellt die Gentechnik eher eine Gefahr dar, und keine Lösung für die Nahrungsmittelkrise. Der kürzlich verabschiedete Weltagrarbericht sieht in der Gentechnik keine Lösung für den Hunger, und gerade in Zeiten des Klimawandels sind gentechnisch veränderte Pflanzen weniger geeignet, drastischen Klimaschwankungen zu widerstehen als zum Beispiel auf Diversität beruhende Anbausysteme.

Deshalb setzt sich die LINKE in Hamburg, Deutschland und Europa ein Verbot aller gentechnisch veränderter Pflanzen, ihres Anbaus und ihres Importes ein. Der nächste Schritt: die Bundesregierung muss auch bei der nächsten Abstimmung in Europa klar gegen die Gentechnik stimmen. Hier (http://www.saveourseeds.org/de/frame.php?page=/de/aigner_brief) eine Mitmachaktion, die gerade in ganz Europa dazu läuft.