DIE LINKE ist mit einem guten Ergebnis (6,4 Prozent) in die Bürgerschaft eingezogen Trotz eines politischen Trommelfeuers der etablierten Parteien hat die LINKE auch in Hamburg die Parteienlandschaft verändert. DIE CDU hat zwar ihre absolute Mehrheit verloren (42,6 Prozent); die SPD (34 Prozent) und die Grünen (9,6 Prozent) haben ihr Ziel einer rotgrünen Koalition nicht erreicht. Das ist kein gutes Ergebnis, auch wenn die FDP es wieder nicht geschafft hat, die 5 Prozent zu überspringen. Deutlich werden die Konturen eines schwarzgrünen Bündnisses sichtbar. Mit 63,8 Prozent lag die Wahlbeteiligung in Hamburg so niedrig, wie nie zuvor.
Das Votum über die Zusammensetzung der Hamburger Bürgerschaft und die Neubildung der Landesregierung markiert eine Zwischenetappe in dem Prozess, auf der politischen Ebene der Berliner Republik einen großen Block verschiedener gesellschaftlicher Kräfte zu formieren, der mit der langjährigen Vorherrschaft des Neoliberalismus in all seinen parteipolitischen Farbkostümen aufräumt. Für die Bürgerschaftswahlen haben sich die Trends bestätigt, die auch anderswo zu beobachten sind:
Der Grund: DIE LINKE macht realisierbare Lösungsvorschläge für die Probleme, die die große Mehrheit der Bevölkerung drücken: Mindestlohn, Rente, Hartz IV und die Kriegseinsätze. Auch in Hamburg hat DIE LINKE das Thema soziale Spaltung ins Zentrum der Wahlauseinandersetzung gerückt. Sie hat mit ihren Vorschlägen für die Bekämpfung der sozialen Spaltung (Abschaffung Ein-Euro-Jobs, Sozialticket, Rekommunalisierung der Krankenhäuser, Eine Schule für alle, Verbindlichkeit von Volksentscheiden u.a.) realisierbare und größere Teile der Bevölkerung überzeugende Alternativen zur herrschenden Politik gemacht.
Die LINKE zieht in Hamburg in die Bürgerschaft ein und stärkt damit den bundesweiten Prozess eines Politikwechsels. Die aktuellen Spekulationen über einen Bruch der großen Koalition in Berlin und über vorgezogene Bundeswahlwahlen unterstreicht die gewachsene Bedeutung der LINKEN. Die LINKE gewinnt „heute an Bedeutung durch die Rückwirkung ihrer Erfolge auf die beiden Volksparteien und besonders die SPD. (...) Deren Problem ist dabei, dass ihr bisher keine klare und werbende Abgrenzung von der Linken gelingt, sondern sie mehr wie deren verdünnte Ausgabe wirkt. (...) Die Sogwirkung der Linken erfasst jedoch nicht nur die SPD, sondern über die Veränderung des Koalitionspartner auch die CDU."
Die LINKE hat in Hamburg und im Bundesgebiet eine große Verantwortung. Sie will die sozialen Konflikte im politischen Raum sichtbar machen und den bislang auf der parlamentarischen Ebene nicht oder unzureichend vertretenen Bevölkerungsschichten zur Sprache verhelfen. Der politische Erfolg der LINKEN misst sich für die nächste Zeit daran, ob sie für Lohnabhängige, Hartz IV-Betroffene, RentnerInnen, aber auch für die Bereiche Ausbildung, Gesundheit, soziale Sicherheit und Kultur verbesserte und erweiterte Bedingungen durchsetzen kann. Die LINKE muss die anderen Parteien dazu treiben, Verbesserungen in den Lebensverhältnissen der großen Mehrheit der Bevölkerung zu zugestehen.
In Hamburg geht es zunächst auch darum, die herrschende CDU in die politische Wüste zu schicken. Diese christliche Partei hat die Stadt sieben Jahre lang wie ein Feudalherr regiert. Sie hat die Missachtung des Willens der Mehrheit der Bevölkerung und aller Formen der Bürgerbeteiligung zum Prinzip ihrer Politik erhoben. Vom Verkauf des Landesbetrieb Krankenhäuser über die Errichtung des Kohlekraftwerkes Moorburg bis hin zum Geschenk an den Energiekonzern E.ON - Verlängerung der Nutzungsrechte des Gasnetzes - ist das öffentliche Eigentum und der öffentliche Raum den Protagonisten eines „Raubtierkapitalismus"ausgeliefert worden. Dafür hat sie die politische Quittung erhalten.
Zugleich wird DIE LINKE mit ersten parlamentarischen Intiativen zu Mindestlohn, Sozialticket, Berufausbildung und Kinderarmut erste Schritte bei der Bekämpfung der sozialen Spaltung in der Stadt einfordern. Zum Politikwechsel, für den DIE LINKE steht, gehört schließlich auch, das Bürgerschaft und Bezirksversammlungen zu „gläsernen Orten" werden. DIE LINKE wird dafür sorgen, dass die BürgerInnen nachvollziehen können, welche Partei für welche politischen Initiativen steht und wer welche politischen Entscheidungen zu verantworten hat. Schließlich geht es um die Einforderung einer offene Debatte über die weitere Stadtentwicklung (z.B. Hafen, Hafencity etc). wird und die Herstellung von Transparenz in die Nebenhaushalte (vor allem HGV), über die in der Vergangenheit immer wieder Politik an den parlamentarischen Institutionen vorbei gemacht worden ist..