Werden die fossilen Energieträger weiter im bisherigen Ausmaß genutzt, führt der globale Klimawandel zu Katastrophen nicht beherrschbaren Ausmaßes.
Sollen die Folgen der Erderwärmung auf ein vielleicht noch beherrschbares Ausmaß begrenzt werden, muß der Höhepunkt der CO2-Emissionen bis allerspätestens 2020 erreicht und bis 2050 die Emissionen global mindestens um 50%, hierzulande um 80-90% reduziert werden.
Die Öl- und Gasreserven gehen in den nächsten Jahrzehnten zur Neige – und damit auch die energetische Grundlage des kapitalistischen Wachstumsmodells der letzten 2 Jahrhunderte.
Die deutsche und europäische Außenpolitik unterliegt einer zunehmenden Militarisierung zum
Zwecke der Ressourcensicherung für die "Festung Europa".
- Bis zu 2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu elektrischem Strom.
- Energiekosten werden für immer mehr Länder unerschwinglich – verschärfen folglich auch dort die ohnehin großen sozialen Gegensätze
Die weltweiten Überkapazitäten in der Automobilindustrie führen zu massenhaften Arbeitsplatzverlusten. Die gefährdeten Arbeitsplätze sind nicht durch Subventionen (Abwrackprämie, Milliarden für Opel) dauerhaft zu sichern, sondern nur durch ein energisches Umsteuern in der Verkehrspolitik, das dem Öffentlichen Personenverkehr (Bahn, ÖPNV) und dem Güterverkehr auf der Schiene den Vorrang einräumt. In diesen Bereichen sind gewaltige Investitionen notwendig, die viele Tausend Arbeitsplätze schaffen würden.
Die fossile Energiewirtschaft und die mit ihr verbundenen Konzerne stellen eine ungeheure Konzentration von wirtschaftlicher und politischer Macht dar, die jeglicher demokratischer Kontrolle entzogen ist
Die Profitinteressen der Energie- und Transportkonzerne
- haben zu einer gigantischen Verschwendung von fossilen Energieträgern geführt,
- die globale Erwärmung bis heute immer stärker beschleunigt,
- die Bevölkerung großer Landstriche ihrer Lebensgrundlagen beraubt, sie vertrieben, viele ermordet
- machen Energie selbst in den reichen Ländern für immer mehr Menschen unbezahlbar
- führen zu einer ungeheuren Machtkonzentration bei wenigen Konzernen
Für die Chemie- Bau- und Agrokonzerne gilt ähnliches.
Gerade in der gegenwärtigen tiefgreifenden Krise können wir deutlich machen, dass die fossile Energiepolitik der großen Konzerne die ökologischen, sozialen und demokratischen Interessen der großen Mehrheit der Bevölkerung mit Füßen tritt – und dies tun muss, weil es im Kapitalismus immer zuerst um einen möglichst hohen Profit („Rendite“) geht und nicht um die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse.
Die Energiekonzerne betreiben globale Erwärmung, Lohnsenkung und Arbeitsplatzvernichtung. Sie beschränken den Zugang zu Elektrizität und Mobilität für immer mehr Menschen.
Die Energiekonzerne sind, neben der Auto- und Flugzeugindustrie, die wichtigsten industriellen kapitalistischen Machtzentren und sie stehen in weiten Teilen der Bevölkerung in der Kritik.
Von den 500 größten Unternehmen (weltweit wie auch in der EU) ist etwa ein Drittel in genannten Bereichen tätig.
Konzerne können in ihrer Bewegungs- und Profitfreiheit eingeschränkt werden. Letztlich gehören sie in dezentralisiertes gesellschaftliches Eigentum, das von den BürgerInnen, einschließlich der Beschäftigten, kontrolliert wird und dessen Unternehmensziele ausschließlich auf eine ökologische und soziale Unternehmenspolitik ausgerichtet ist.
Dazu gehört vor allem die konsequente Unterstützung gesellschaftlicher Bewegungen, die sich gegen Kohleverstromung, Braunkohletagebaue, Atomkraftwerke usw. richten und die Macht der Energiekonzerne einschränken wollen. Linke Alternativen sind nur mit massivem außer-parlamentarischem Druck durchsetzbar. Parlamentarische Arbeit und Regierungsbeteiligungen sind stets daran zu messen, inwieweit sie die Bedingungen für den außerparlamentarischen Kampf verbessern, Gegenöffentlichkeit herstellen und die Entwicklung der gesellschaftlichen Bewegungen von unten fördert. Die Koalitionsvereinbarung in Brandenburg z. B. wird diesen Kriterien in keiner Weise gerecht.
In der Energiepolitik wird die Verbindung zwischen sozialen und ökologischen Fragen, von Ökologie und Frieden, von Gegenwarts- und Zukunftsinteressen so deutlich wie kaum irgendwo sonst. Erfolgversprechende Veränderungsstrategien, tragfähige Lösungsansätze können nur von einer kapitalismuskritischen Linken kommen. Deshalb trägt DIE LINKE hier eine gewaltige Verantwortung
Politik kann sich heute nur noch als „links“ im Sinne von sozial, antikapitalistisch emanzipatorisch, zukunftsfähig, auf einen Sozialismus des 21. Jahrhunderts ausgerichtet bezeichnen, wenn sie auch die ökologischen Lebensinteressen der Menschen in ihren Mittelpunkt stellt; die Klima- und Energiefrage gehören zuallererst dazu.