Durch die Neuwahl müssen die Parlamentarischen Untersuchungsausschüsse der Bürgerschaft ihre Arbeit vorläufig einstellen. Betroffen ist davon auch der erst vor einem halben Jahr eingerichtete PUA Elbphilharmonie, der die Gründe für die Kostenexplosion aufklären soll. Am 2. Februar zog die Fraktion DIE LINKE ein Fazit ihrer Arbeit in diesem Gremium und stellte dazu ihre Broschüre „Kostenexplosionsursachenforschung“ vor. Außerdem legte sie der Öffentlichkeit den Minderheitsbericht vor, den sie als Ergänzung zum Sachstandsbericht des PUA Elbphilharmonie erstellt hat.
Die bisherige Arbeit des PUA Elbphilharmonie zeigt: Der Senat hat die Bürgerschaft in zentralen Angelegenheiten des Projekts nur unvollständig, verzögert und sogar irreführend informiert – und damit das verfassungsmäßige Budgetrecht des Parlaments grob missachtet. Doch auch die Bürgerschaft hat fahrlässig gehandelt: die Abgeordneten von CDU, SPD und GAL haben Risiken und Schätzungen über Jahre kaum hinterfragt und selbst die Vertragskonstruktion, die die Stadt Hamburg zum Investor eines Luxus-Hotels macht, praktisch kritiklos hingenommen.
Ein 5-Sterne-Hotel aus öffentlicher Hand: Die Elbphilharmonie wird als Public-Private-Partnership (PPP) umgesetzt. Unter PPP versteht man die langfristige Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privaten Unternehmen zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben. Bei der Elbphilharmonie wird aber auch der kommerzielle Bereich (Fünf-Sterne-Hotel, Gastronomie und Parkhaus) als PPP umgesetzt, das heißt: die Stadt steht auch hierfür als Bauherrin gerade.
Damit muss die Stadt nun auch die gestiegenen Baukosten für die kommerziellen Nutzungen bezahlen. Dazu kommen Zinsen im Wert von bis zu 80 Mio. Euro für einen über 20 Jahre laufenden 130-Millionen-Kredit bei der Bayerischen Landesbank. Die Fraktion DIE LINKE schätzt die bisherigen Gesamtkosten für den kommerziellen Bereich auf 270 Mio. Euro. Aus dessen Verpachtung und Verkauf plant die Stadt einen Erlös von 128,5 Mio. Euro ein. Die Steuerzahler schießen also mehr als 140 Mio. Euro zu!
Die Gesamtkosten der organisierten Verantwortungslosigkeit betragen derzeit 566 Mio. Euro. Darunter besagte 270 Mio. Euro für ein kommerzielles Luxus-Objekt, dessen Erträge 20 Jahre lang den Pächtern (Arabella Sheraton, Nordmann, APCOA) zufließen.
DIE LINKE fordert: der PUA Elbphilharmonie muss nach der Wahl fortgeführt werden! Sein Auftrag ist längst nicht erfüllt, es gibt weiterhin großen Ermittlungsbedarf. Wichtige Zeugen wurden bisher nicht gehört, zahlreiche Akten nicht ausgewertet. Viele Fragen sind offen, doch SPD, GAL und CDU lehnen jede weitere Aufklärung ab!
Einige Aufgaben, die der PUA noch zu erledigen hat: