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22. März 2012 Aus den Bezirken, Antifaschismus

Ein Mahnmal für die Opfer der Zwangsarbeit in Bergedorf

Fotomontage des Entwurfs von Jan de Weryha

Mehr als 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll ein Mahnmal der Opfer der Zwangsarbeit in Bergedorf gedenken. Am letzten verbliebenen Ort, der von ihrer brutalen Ausbeutung in unserem Bezirk zeugt: den Stuhlrohrhallen. In diesem Jahr wird erstmals im Bezirk eine Woche des Gedenkens stattfinden. Sie ist Bestandteil der 850-Jahr-Feier unserer Stadt. Die Arbeitsgemeinschaft "Woche des Gedenkens" arbeitet seit einem Jahr an der Vorbereitung des Programms und an der Planung des Mahnmals.

Es ist ein gutes Signal, dass alle Fraktionen der Bezirksversammlung das Mahnmal und den Schüler/innenwettbewerb unterstützt haben (DS XIX/226). Das Bezirksamt hat dankenswerterweise die Schulen angeschrieben und diese zur Teilnahme an dem Wettbewerb zur Gestaltung des Mahnmals eingeladen. Dass die FDPiraten-Fraktion schon im letzten Jahr den Antrag für das Mahnmal  recht unorthodox mit "Keine Ahnung woher diese operative Aufbruchstimmung kommt. Aber wir sollten da auch drauf" unterstützte,  schien im August 2011 noch ein sprachlicher Ausrutsche zu sein.

Im Einvernehmen aller beteiligten Akteure wurde die Auswahljury für den Wettbewerb klein gehalten, die Parteien verzichteten auf die Entsendung eigener Juryvertreter/innen.
Der Gewinnerentwurf wurde dann von einem bekannten Künstler in Bergedorf, wie in der Wettbewerbsausschreibung angekündigt, in eine realisierbare Form gebracht. Dies geschah in insgesamt fünf Sitzungen mit der Gewinnerin des Wettbewerbs.

Die Fraktion der FDPiraten hat in der Februarsitzung der Bezirksversammlung mit einer Aktuellen Stunde zum Mahnmal versucht, ein politisches Süppchen zu kochen und sich statt mit einer inhaltlichen Diskussion mit einer Diskussion über Formalien zu profilieren. Nachdem sich die Fraktion seit dem gemeinsamen Antrag zum Mahnmal nicht mehr beteiligt hat und auch bei der Vorstellung des Mahnmals in der Sitzung des Ausschusses für Sport, Kultur und Schule im Januar eisern schwieg, musste nun eine Aktuelle Stunde - ausgerechnet am Tag des bundesweiten Gedenkens für die Opfer des Rechten Terrors - dazu herhalten über formale Unzulänglichkeiten bei der Mahnmalplanung zu diskutieren.
Im Ablauf des Wettbewerbs hat es leider einige Widersprüche gegeben. So wurde der ursprüngliche Schülerentwurf nicht 1:1 umgesetzt. Aber alle Beteiligten setzen sich dafür ein, dass auch der prämierte Entwurf zusätzlich realisiert wird und der Künstler mit der Umsetzung seines Entwurfs beginnen kann. Die zur Finanzierung  fehlenden 3.500,- Euro werden ebenfalls erneut Thema im Fachausschuss werden.

In der Debatte der Bezirksversammlung erinnerte Ernst Heilmann (Fraktion DIE LINKE.) an die Opfer des aktuellen Nazi-Terrors und mahnte angesichts der Diskussion: "Wir sind alle aufgerufen, uns des Themas würdig zu erweisen.".

Der Versuch der FDPiraten auf der Welle von beleidigenden "Stammtischkommentaren" zum Mahnmal zu punkten, blieb angesichts des einhelligen Bekenntnis zum Mahnmal erfolglos. Das weitere Vorgehen wird nun noch einmal im Ausschuss für Sport, Kultur und Schule diskutiert werden. Vielleicht diesmal auch mit Beteiligung der FDPiraten.