Zurück zur Startseite
12. Juni 2012 Bildungspolitik

Die SPD lässt die Stadtteilschulen bei der Umsetzung der Inklusion im Stich

Deutschland hat im März 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben. Damit hat es sich verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu schaffen: vom Kindergarten über die Schule, die Berufsschule bis zur Hochschule, einschließlich der Weiterbildung und des lebenslangen Lernens.

Bei Inklusion geht es um ein anderes Verständnis von Gesellschaft und Bildung: Die inklusive Bildung stellt die große Vielfalt der Menschen in den Mittelpunkt und begreift sie als Chance für alle. Daraus folgt auch, dass alle Menschen von Anfang an zusammen lernen. Menschen mit Beeinträchtigungen / Behinderungen sollen nicht mehr erst mit eigenen Schulen (sog. Förderschulen) und Einrichtungen ausgegrenzt werden, um dann eventuell wenige von ihnen in Regelschulen wechseln zu lassen. Auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf für Lern- und Erziehungshilfe, die besonders häufig einen Armuts- und/oder Migrationshintergrund haben, werden durch diese Ausgrenzung benachteiligt und ihrer Chancen beraubt.

Doch: Um unser Bildungssystem inklusiv umzugestalten, brauchen wir eine bessere personelle, räumliche und sächliche Ausstattung der Bildungseinrichtungen. Anstatt wirklich Inklusion an allen Hamburger Schulen herzustellen, verstärkt der Senat mit Unter-Finanzierung und unsozialer Zuweisung an die beiden "Säulen" Stadtteilschule und Gymnasium die soziale Spaltung in der Stadt: 93 % der Schülerinnen und Schüler mit einer Gymnasial-Empfehlung besuchen auch ein Gymnasium, umgekehrt gehen 76 % der Schülerinnen und Schüler ohne Gymnasial Empfehlung an die Stadtteilschule. Also besuchen lediglich 7 % Gymnasialempfohlener eine Stadtteilschule und 24 % ohne Gymnasial-Empfehlung das Gymnasium. Hingegen gehen 98 % der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an eine Stadtteilschule. Gymnasien verkommen quasi zur inklusionsfreien Zone des Schulwesens. Das weitere Auseinanderdriften des schulischen Bildungssystems und damit des Gemeinwesens ist vorprogrammiert.

Schuldenbremse lösen für eine gute Ausstattung der Inklusion!

  • durchgehende Doppel-Besetzung (mindestens Erhalt der Ausstattung der Integrationsklassen und Integrativen Regelklassen).
  • Arbeit in multiprofessionellen Teams mit ausreichender Zeit für Fortbildung und Kooperation.
  • alle Schulen übernehmen gleichermaßen Verantwortung für die Umsetzung der Inklusion.

Inklusion JA – Sparmodell NEIN!

Demonstration Dienstag, 12.06.2012

17:00 Auftakt: Hachmannplatz (Hauptbahnhof)
18:00 Kundgebung: Rathausmarkt