Zurück zur Startseite
21. Mai 2008 Umweltpolitik

DIE LINKE fordert die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen

Das Deutsche Atomforum wird vom 27. bis 29. Mai bei seiner „Jahrestagung Kerntechnik" im Hamburger CCH für den weltweiten Aufschwung der Atomenergie werben. Der neue Wirtschaftssenator Axel Gedaschko will den dort versammelten AtomexpertInnen "Grußworte von Stadt und Staat Hamburg" überbringen. Die LINKE  Hamburg fordert den Repräsentanten des neuen schwarz-grünen Senats auf, seine Teilnahme an dieser Lobby-Veranstaltung der Atomindustrie abzusagen.

 

Im Zentrum der diesjährigen Tagung steht, wie der weltweite Aufschwung der Atomenergie befördert werden kann. Die Energiekonzerne E.On, Vattenfall, RWE und EnBW wollen den mit der Bundesregierung im Jahr 2000 vereinbarten, schrittweisen Atomausstieg zu kippen und alte Atommeiler wie Brunsbüttel, Biblis oder Neckarwestheim in die nächste Legislaturperiode zu retten.

Hamburg ist umzingelt von Atomkraftwerken –  die beiden AKWs Krümmel und Brunsbüttel stehen aufgrund gravierender Sicherheitsmängel seit fast zehn Monaten still. Nach Störfällen im vergangenen Juni hatten Überprüfungen falsch eingebaute Dübel an Sicherheitseinrichtungen und Risse in zahlreichen Armaturen ergeben. Vor allem der Schrottreaktor in Brunsbüttel, der eigentlich noch vor der nächsten Bundestagswahl im September 2009 endgültig hätte stillgelegt werden sollen, ist seit Jahrzehnten in der Pannenstatistik weit oben. Fast die Hälfte seiner bisherigen Laufzeit blieb der Reaktor wegen Sicherheitsmängeln zwangsweise abgeschaltet.

Mehr als 1.000 VertreterInnen aus (Atom) Wirtschaft und Politik werden im CCH die atomaren Risiken verharmlosen und die Atomenergie als weltweiten Klimaretter feil bieten, um ihre Reaktoren länger laufen lassen zu können.

Atomkraft sei CO2- „neutral“ heißt es da in den Flugschriften des deutschen Atomforums. Mit diesem Green washing wird versucht, einen zweiten Frühling für die Atomenergie herbei zu reden.

Doch auch die Atomenergie ist nicht CO2-frei. Beim Uranabbau, bei den zahlreichen Transporten und bei den verschiedenen Fertigungsschritten zur Herstellung von Brennelementen entsteht sehr wohl CO2, ebenso beim aufwändigen Rückbau der AKWs.

Gleichzeitig investieren die  vier AKW-Betreiber Vattenfall, E.On, EnBW und RWE in ganz großem Stil in die Fortsetzung der Klimakatastrophe: 19 neue Kohlekraftwerke wollen sie bauen -  eines davon in Hamburg. Für 40 Jahre Betriebsdauer schreiben sie damit CO2-Emissionen fest, die alle Bemühungen um Klimaschutz zunichte machen würden!  Mit Klimaschutz haben diese Konzerne nichts am Hut. Beim Betrieb von Atomkraftwerken wie bei den neuen Kohlekraftwerken geht es nur um Eines: Um die Gewinne für die Aktionäre.

Klar ist jedoch:

  1. AKWs stellen schon im Normalbetrieb ein beträchtliches Risiko dar. Die Störfälle in Brunsbüttel und Krümmel zeigen das ebenso wie die Kinderkrebs-Studie, die belegt, dass Kinder häufiger an Krebs erkranken, wenn sie im Umkreis von AKWs leben.
  2. Einen großen Unfall wie in Tschernobyl würde bei vorherrschenden Westwinden der größte  Teil der Bevölkerung Hamburgs nicht überleben. Das AKW im schwedischen Forsmark war 2007 nur wenige Minuten von einem GAU entfernt.
  3. Bis heute ist völlig unklar, wie die wachsenden Mengen strahlenden und hochgiftigen radioaktiven Mülls über 100.000e von Jahren sicher gelagert werden können.
  4. Der Betrieb von AKWs erleichtert immer auch den Zugang zu Atomwaffen.
  5. Die Subventionen, welche die AKW-Betreiber nach wie vor bekommen, sichern die Rekordprofite von Vattenfall,  E.on, RWE und EnBW. Sie blockieren zugleich den für den Klimaschutz längst überfälligen Umstieg auf  die Energieerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie.

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und GAL schweigt sich dazu aus  - dass die CDU die Interessen der Atomkonzerne vertritt, ist nicht neu – dass sich nun auch die GAL in Hamburg dieser Politik anschließt, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Entwicklung der Grünen in Hamburg.

DIE LINKE. fordert die sofortige Stilllegung der AKWs in Krümmel und Brunsbüttel sowie aller anderen Atomanlagen!

Die Subventionen für die Atomenergie müssen stattdessen für Energiesparmaßnahmen und die Einführung und Weiterentwicklung regenerativer Energie verwendet werden!

Die Energieversorgung gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Sie muss rekommunalisiert, also wieder in öffentliches Eigentum überführt werden!