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6. Februar 2009 Gewerkschaftspolitik, Regine Brüggemann

8%! Gute Leute…Gute Arbeit…Gutes Geld! - Das fängt ja gut an!

Christiane Schneider (Linksfraktion) und Regine Brüggemann (Landesvorstand) bei den KollegInnen des öffentlichen Dienstes

Verdi rief zum 1. Warnstreik und 3.000 Landesbeschäftigte kamen! Das waren doppelt so viele wie erwartet. Worum geht es?

Verdi fordert für die Landesbeschäftigten 8 % mehr Geld, 120,- € für die Auszubildenden, gleiche Bezahlung auch für Leiharbeitnehmer/Innen und eine Laufzeit von 12 Monaten. Das ist besonders wichtig, um bei zukünftigen Tarifverhandlungen wieder gemeinsam mit den Beschäftigten der Kommunen agieren zu können.

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder hat auch in der 2. Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt, sondern fordert von Verdi, ihre Forderung zunächst zurückzuziehen. Ein, in der Geschichte der Tarifauseinandersetzungen, ziemlich einmaliger Vorgang!

8 Uhr morgens im Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof: Zum Streikfrühstück war der Laden bereits brechend voll. Der lange Streik im Jahre 2006 hat seine Spuren im kollektiven Gedächnis hinterlassen. Es sind alle wieder da, die vor 3 Jahren gemeinsam gegen längere Arbeitszeiten gekämpft haben. Aber auch  neue Kollegen/Innen  sind gekommen. Es beteiligten sich Kollegen/Innen der Bezirksämter, Schleusenwärter, Schulhausmeister, Hochschule/Universitäten, Sozialen Einrichtungen,KFZ-Zulassungsstellen und die Kollegen von Dataport Hamburg und Schleswig-Holstein.

Mit grosser Freude konnten wir feststellen, dass es bereits jetzt gelungen war, Kundenzentren in den Bezirksämtern und auch bei einem Landesbetrieb lahmzulegen. Einige Bauhöfe sind ebenfalls dicht. Unterstützt wurden wir von der GDP und auch von der Beamtengewerkschaft "Komba". Sie alle eint die Wut auf die Verhältnisse: Die Arbeitgeber wollen die Krise für sich nutzen,um zum wiederholten Male ihr Mantra „die Kassen sind leer!“ herunterzubeten.

Das Unverständnis der Kollegen/Innen ist deutlich: Für marode Banken ist plötzlich viel Geld da und die Beschäftigten der Ländersollen mit ein paar Euros abgespeist werde. Verdi Bezirksleiter Wolfgang Rose, und der  Verdi-Verhandlungsführer Achim Meerkamp fanden dafür deutliche Worte.

Wie geht es weiter?

Am 14./15.2.2009 startet die nächste Verhandlungsrunde.
Sollte dann keine Einigung zu erzielen sein, geht’s in  die Schlichtung. Wenn dann auch kein Ergebnis zu erreichen ist, hat Wolfgang Rose bereits Erzwingungsstreiks abgekündigt. Dass heißt für uns - die Beschäftigten der Länder-einen langen Atem und revolutionäre Geduld zu entwickeln.
Und damit wir nicht aus der Übung kommen:
Am 12.2.2009 geht’s zur Demo:„Finanzcasino schliessen!“