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Schlauer - Eine Schule für alle!

Volksbegehren unterschreiben 19.09. bis 09.10.2008


Warum ist DIE LINKE für „Eine Schule für Alle“?

Wenn mehr als  60 000 Hamburger das Volksbegehren „Eine Schule für Alle“ vom 19.09. bis 09.10. 2008 mit ihrer Unterschrift unterstützen, muss parallel zu einer der Wahlen 2009 ein Volksentscheid stattfinden. Dann können die Wähler entscheiden, dass sie „Eine Schule für Alle“ wollen. CDU und GAL haben sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, die Ergebnisse von Volksentscheiden einzuhalten.

Der erste überfällige Schritt wurde schon getan: Durch einstimmigen Beschluss der Bürgerschaft wurde jüngst die überholte Hauptschule in Hamburg abgeschafft.  Konsequenterweise sollte nun der zweite Schritt folgen:  Wie in fast allen anderen Ländern der Erde, sollten alle Kinder in einer Schule zusammenbleiben und individuell gefördert werden - wie jetzt schon in der erfolgreichen Grundschule.

Die Grundschule ist nämlich - was viele nicht wissen - schon  eine Schule für Alle.  Als „Einheitsschule“ für alle Kinder wurde sie in Deutschland 1920 durch das Reichsschulgesetz auf Grundlage der Weimarer Verfassung eingerichtet.

Die Grundschule ist die erfolgreichste und beliebteste Schulform in Deutschland weil…

  • dort in breitem Maße moderner und angstfreier Unterricht praktiziert wird,
  • in ihr die Kinder aus allen Klassen und Schichten mit- und voneinander lernen,
  • in ihr kein Einheitsunterricht, sondern ein auf das Lernen der einzelnen Kinder zugeschnittener Unterricht gemacht wird,
  • alle Kinder - die langsamen und schnellen, die Spätentwickler und die Überflieger - dort individuell gefördert werden und besser lernen:
  • Bei der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) erreichten deutsche GrundschülerInnen den 11. Platz von 34 Ländern.

IllustrationDeshalb ist das frühe Ein- und  Aussortieren Unsinn. Weder Eltern noch LehrerInnen können so früh vorhersagen, wie sich die Kinder entwickeln werden. Oft gehen sie danach, ob die Eltern bei den Hausaufgaben helfen oder ob sie Nachhilfeunterricht bezahlen können. Dadurch landen die Kinder der Vermögenden eher auf dem Gymnasium und der Universität, auch wenn sie nicht schlauer sind. Das ist ungerecht. „Eine Schule für Alle“ – wie zum Beispiel in Finnland – ist wirksamer als die angebliche Eliteschule Gymnasium. Nach PISA 2000 können in Finnland 18,5 % der 15-Jährigen, in Deutschland aber nur 8,8%  sehr gut lesen.

Warum ist DIE LINKE gegen das „Zwei-Säulen-Modell“ ?

CDU und GAL wollen ab 2010 die Grundschule zur Primarschule umwandeln und sie bis zur 6. Klasse verlängern. Ab Klasse 7 belässt das  „Zwei-Säulen-Modell“ die Gymnasien und führt als zweite Säule die „Stadtteilschulen“ ein.

DIE LINKE ist gegen das Zwei-Säulen-Modell. Warum?

  • Das Aussortieren der Kinder geht weiter, nun nach Klasse 6, anstatt nach Klasse 4. Das geschieht nach sozialer Herkunft - das belegen alle Untersuchungen.
  • Das Modell stellt die Weichen zu früh, nämlich in der Pubertät, nicht danach, wie in anderen Ländern.
  • Andere Schulformen, wie Realschule, Aufbaugymnasium, Technische Gymnasien, Wirtschaftsgymnasien und Gesamtschulen sollen abgeschafft werden und in der „Stadtteilschule“ aufgehen. Warum nicht auch das Gymnasium?
  • Es wird weiterhin zu viel Kraft damit vergeudet, vermeintlich unbegabte SchülerInnen auszusortieren. Stattdessen sollten alle Kräfte darauf konzentriert werden, jeden Einzelnen im Rahmen seiner Möglichkeiten zu fördern und zu fordern.
  • Das Aussortieren kann sogar in die Vorschule vorverlegt werden. Dann nämlich, wenn eine Primarschule  an ein Gymnasium andockt – eine der drei Möglichkeiten für die zukünftige Primarschule à la CDU und GAL.
  • Die Schulpläne von CDU und GAL widersprechen den Elternwünschen: Bei einer Umfrage der Elternkammer bei Grundschuleltern 2007 stimmten 58,2 % eher der Einrichtung einer Schulform zu, in der alle SchülerInnen gemeinsam unterrichtet werden.
  • Das Zwei-Säulen-Modell zementiert das Bildungsprivileg und verhindert eine moderne, demokratische Schulform. Von 100 Akademikerkindern erreichen z. B. 83 % die Hochschulreife - von den übrigen Kindern nur 23 %. Akademikerkinder haben in Hamburg eine fast fünf Mal höhere Chance, das Gymnasium zu erreichen als Facharbeiterkinder. Das ist ungerecht und lässt viele Begabungen ungenutzt.

DIE LINKE ist dafür, jetzt nicht beim ersten Schritt der Abschaffung der Hauptschule stehen zu bleiben, sondern die einmalige Chance zu nutzen, eine wirklich grundlegende und zukunftsweisende Veränderung der Schulstruktur durchzusetzen. Deshalb unterstützt DIE LINKE das Volksbegehren „Eine Schule für Alle“.

Wir haben aber auch weitergehende Vorstellungen: Wir wollen ein einheitliches Bildungssystem von der vorschulischen Bildung bis zur Weiterbildung. Ohne Sackgassen. Mit moderner  Lehrerbildung für die „Eine Schule für Alle“. Wir wollen in den Kl. 11-13 die beruflichen Schulen und die gymnasiale Oberstufe in Kollegschulen zusammenfassen und allen SchülerInnen die Möglichkeit zur Berufsausbildung und Hochschulreife geben.

Und wir wollen eine umfassende Demokratisierung des Bildungswesens! Alle Betroffenen, also SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen, sollen über dessen Inhalte und Vermittlungsformen bestimmen! Emanzipatorisch verstandene Bildung ist mehr als „Fitmachen für den Arbeitsmarkt“. Menschen sollen auch befähigt werden, die Zustände kritisch zu hinterfragen und verändernd einzugreifen.

Wir wissen, dass die „Eine Schule für Alle“ nicht umsonst zu haben ist. Ein guter Unterricht mit Förderung der einzelnen SchülerInnen ist nur in kleinen Klassen mit gut ausgebildeten, gut bezahlten und nicht überlasteten LehrerInnen möglich. Da sind die beschlossenen 116 zusätzlichen Lehrerstellen ein Schritt in die richtige Richtung. Aber das reicht nicht. Darum wollen wir in einem weiteren Schritt 100 Mill. € bereitstellen. Hamburg gibt viel zu wenig für Bildung aus ( nur 2 % vom Bruttoinlandsprodukt, während es in den OECD- Ländern im Durchschnitt 5,3 % sind ! ).

Doch zuerst muss entschieden werden, welche Schule die Hamburgerinnen und Hamburger wollen. Die Entscheidung steht und fällt jetzt mit dem Erfolg des Volksbegehrens. Danach muss darum gekämpft werden, dass diese „Eine Schule für Alle“ gut ausgestattet wird.

Illustration

Darum:

In der Zeit vom 19 9. bis 9. 10. 2008 das Volksbegehren „Eine Schule für Alle“ unterschreiben! Aktiv werden als Unterstützer/in! Freunde und Bekannte auf das Thema ansprechen! Unterschriftensammler/in werden!

DIE LINKE unterstützt das Volksbegehren „Eine Schule für Alle“

Sie ruft alle auf:

  • Sammelt/Sammeln Sie/ Unterschriften bei FreundInnen, Bekannten, NachbarInnen, KollegInnen, auf Veranstaltungen und Festen.
  • Unterschriftenlisten gibt es ab 19. 9. im Kampagnenbüro des Volksbegehrens im Curiohaus in der Rothenbaumchaussee 15, Hinterhaus, oder durch Bestellung per Email unter info@eineschule.de oder telefonisch unter 040/41 46 33 - 62. Man kann sich Material auch direkt unter www.eineschule.de  herunterladen.
  • Bringt/Bringen Sie die unterschriebenen Unterschriftenlisten ins Kampagnenbüro, damit festgestellt werden kann, wie viele Unterschriften schon zusammengekommen sind.
  • Beantragt/Beantragen Sie eine Briefeintragung, wenn Ihr/Sie in dem Zeitraum des Volksbegehrens nicht in Hamburg seid/sind (Wahlen-Abstimmungen@Hamburg-Mitte.Hamburg.de). Ihr/Sie erhaltet/erhalten die Unterlagen ab sofort in den Bezirksämtern (auch runterzuladen von der Homepage der Initiative).
  • Tragt Euch/Tragen Sie sich ab dem 19. September in die Listen bei den 21 Kundenzentren der Bezirksämter oder an den zahlreichen Infotischen in der Stadt ein