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Eine Tasse Blut für die Bundeskanzlerin Betreff: Ihre einseitige Schuldzuweisung an die palästinensische Hamas vom 29. Dezember 2008

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel, weder Sie noch ich haben das moralische Recht, Leute, die nicht die minimalsten Menschenrechte genießen, zu kritisieren. Obwohl ich es bedauere, dass Hamas israelische Siedlungen beschießt, weil dieses Vorgehen nicht zur Befreiung von Palästina führen kann, habe ich Verständnis für die Verzweiflung der Gazaner, die ohne Hoffnung auf eine Befreiung leben müssen. Die Bewohner von Gaza brauchen unsere moralische und aktive Unterstützung, damit sie ihre Freiheit gewinnen. Wir können nur von freien Menschen verlangen, dass sie sich an ethische Maßstäbe halten sollen. Sie sollten sich als deutsche Bundeskanzlerin schämen, den Terrorfeldzug Israels gegen eine arme Bevölkerung von Flüchtlingen zu unterstützen.Als Zeichen meines Protests übersende ich Ihnen symbolisch eine Tasse, die ebenso symbolisch mit Kinderblut gefüllt ist: Blut von palästinensischen Kindern, christlichen, muslimischen und jüdischen Glaubens.(Unterschrift)(Als Email an angela.merkel@bundestag.de oder als Postkarte an:Bundeskanzlerin Frau Merkel, Kanzleramt, Berlin. Alle Teilnehmer an der Protestaktion, die ihre Briefe unter www.blutfuerdiebundes kanzlerin.blogspot.com veröffentlicht sehen möchten, mögen diese bitte in Kopie an cainkuelbel@t-online.de schicken.)Rücken wir das Verhältnis von Ursache und Wirkung gerade!

Vergessen wir nicht– die Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aus ihrem angestammten Gebiet– die mörderische Blockade, die der israelische Staat über den 40 Kilometer langen,   wenige Kilometer breiten Streifen verhängt hat,– die zahlreichen UNO-Beschlüsse, denen die „westliche Wertegemeinschaft“ keine Geltung verschaffen will.Die deutsche Regierung steht an der Seite von Kriegsverbrechern.

Es ist eine Illusion zu glauben, der nun eingeleitete Krieg gegen die Bevölkerung von Gaza könnte die Gewalt beenden. Das Gegenteil wird der Fall sein: Die Wut einer Bevölkerung, die so oder so nichts als ihr Leben zu verlieren hat, wird Israel nicht sicherer machen.Man muss die Hamas nicht mögen … Weil der Sieg der Hamas bei den freien palästinensischen Parlamentswahlen 2006 der Regierung in Israel, den USA und der EU nicht genehm war, wurde Gaza, das am dichtesten besiedelte Gebiet der Welt und ein Elendsgetto, von Israel und Ägypten abgeriegelt und zum Gefängnis für 1,5 Millionen Palästinenser. Israel blockiert die Lieferung von Hilfslieferungen: Nahrung, Medikamenten, Treibstoff.

Mit Unterstützung der palästinensischen Autonomiebehörde unter Mahmud Abbas hatte Israel zahlreiche Minister und Abgeordnete verhaftet. Die im Juni 2008 auf sechs Monate befristete und am 19. Dezember 2008 auslaufende Waffenruhe hatte ein „Ende der israelischen Blockade“ zum Ziel. Bereits am 5. November wurden an der Südgrenze durch gezielte israelische Militärschläge 14 Palästinenser getötet. Zusammen mit der israelischen Friedensbewegung Gush Shalom und Tausenden Israelis, die in Israel gegen diese Aggression demonstrieren, fordern wir:– den Angriff auf Gaza sofort zu beenden,– die Blockade gegen die Bevölkerung des Gazastreifens für immer einzustellen.– Die israelische Regierung muss in den Dialog mit Hamas eintreten. Hamas ist ein integraler Bestandteil der palästinensischen Gesellschaft. Ohne ihre Beteiligung sind alle Verhandlungen und Übereinkünfte sinnlos.

Gerechtigkeit für Palästina ist der Schlüssel für Frieden für Israel

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