Titel | Für die sofortige Abschaffung der Bundeswehr Die Wehrpflicht gehört umgehend auf den Scheiterhaufen der Geschichte |
Tagesordnungspunkt | 9 |
Antragsteller | Linksjugend ['solid] |
Datum | 12.11.2009 22:35 |
Der Landesparteitag möge beschließen,
Begründung:
Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung haben sich die Koalitionsparteien FDP und CDU auf eine Verkürzung der Wehrpflicht auf 6 Monate geeinigt. Bei diesem Beschluss handelt es sich nicht um einen Schritt in Richtung der friedenspolitischen Position der Partei DIE LINKE.
Die Koalitionäre sind sich uneins über den weiteren Weg der deutschen Angriffs- und Kriegsarmee und die Rolle der Wehrpflichtigen darin. Ihre Entscheidungen ändern nichts am militaristischen Kurs in der Außenpolitik der Bundesregierung, den sie fortsetzen will und der Kriege für deutsche ökonomische- und Machtinteressen überall auf der Welt als geeignete Verlängerung der Politik einschließt.
Die SPD in Person von Fraktionschef Frank Walter Steinmeier zeigte durch die Unterstützung des Erhaltes der Wehrpflicht einmal mehr, dass von einer Resozialdemokratisierung der SPD nicht die Rede sein kann. Sie verkündete in der Opposition ihre Treue zum Staat und zur Bundeswehr und bekannte sich zur Wehrpflicht.
Damit steht die SPD der Position der Partei DIE LINKE grundsätzlich entgegen und es ist mehr als deutlich, dass sie sie sich nicht zu ihren vermeintlichen friedenspolitischen Wurzeln zurückführen lässt.
DIE LINKE muss eine Koalition mit der SPD grundsätzlich ablehnen. Sie darf sich keine Mythen der Resozialdemokratisierung der SPD schaffen, die eine Koalition akzeptabel machen sollen. Stattdessen muss sie weiterhin als Teil einer linken gesellschaftlichen Kraft auftreten, die für die Einrichtung einer Gesellschaft jenseits von Kapitalismus und Krieg eintritt.
DIE LINKE muss an ihrer Forderung der sofortigen Abschaffung der Wehrpflicht und des umgehenden Endes aller Auslandseinsätze der Bundeswehr festhalten. Die Wehrpflicht ist unvereinbar mit einer aufgeklärten Gesellschaft.
Die Bundeswehr will mit der Wehrpflicht das Militär in der Gesellschaft verankern, Nachwuchs gewinnen, ein Reservoir an billigen und leicht verfügbaren Kräfte besitzen, Wissenstransfers sicherstellen und einen Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften haben.
Zu diesen Zwecken macht die Bundeswehr u.a. durch Besuche von Jungoffizieren und das Verteilen von Unterrichtsmaterialien Werbung an Schulen und versucht die jungen Schüler davon zu überzeugen, dass sie ein Arbeitgeber mit Perspektive und guten Angeboten für junge Menschen sei.
Damit setzt die Bundeswehr kaltblütig auf die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen, von denen ein Großteil dazu gezwungen wird, jedes Jobangebot anzunehmen, das sich ihnen bietet. DIE LINKE muss sich dafür einsetzen, dass der Kriegsdienst nicht als Option für perspektivlose junge Schulabsolventen gesellschaftlich anerkannt wird. Eine durch und durch militarisierte Gesellschaft, in der Kriege und militärischer Zwangsdienst an der Tagesordnung sind, kann keine mündigen Menschen hervorbringen.
DIE LINKE muss sich deshalb für die Abschaffung der Wehrpflicht und der Bundeswehr überhaupt einsetzen.