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Bachelor- und Master müssen weg.

Bachelor- und Master müssen weg.

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AG Studierendenpolitik

23.10.2009

„Aber man hindert alle daran, wenn man auch nur einem verbieten will, seinen Fortgang in der Erkenntnis anderen mitzuteilen. Denn ohne diese Mitteilung im einzelnen ist kein Fortgang im ganzen möglich.“

G. E. Lessing, “Anti-Goeze”, 1778

 

Das Bachelor-Master-System ist rundum gescheitert.

Für die Studierenden sind dauernde formale Leistungs- und Prüfungsanforderungen und das modularisierte Häppchenlernen eine einzige Quälerei. Das führt auch zu einer erhöhten Zahl von Studienabbrüchen. Für die Lehrenden und KollegInnen der Verwaltung bedeuten sie zusätzlichen Stress. Wenn die strengen Studienpläne nicht einmal einen Blick in andere Fachbereiche der eignen Universität erlauben, ist internationale Kooperation weit außerhalb des Horizonts. Die privatwirtschaftliche Akkreditierung machen diesen Unsinn zudem noch zu einer teuren Angelegenheit.

 

Gescheitert ist hier der Ansatz, Studium, Forschung und Lehre durch die reine ökonomische Verwertbarkeit zu beschränken.

 

Von Beginn an waren verkürzte Studienzeit, strikte Fristen, Credit-Points und Dauerprüfungen darauf gerichtet, dass im Studium nur noch das gepaukt wird, was zur unmittelbaren Berufsbefähigung nötig erscheint.

 

Die jetzige Ankündigung der Kultusministerkonferenz, in Folge der offenkundige Probleme und der Kritik in den Bildungsstreiks das Bachelor-Master-System überarbeiten zu wollen, wird der Dimension der bildungs- und wissenschaftspolitischen Katastrophe nicht gerecht, sondern soll das Übel retten.

Damit wissenschaftliche Kooperation, erfreulicher Erkenntnisgewinn, gesellschaftlich verantwortungsvolle Forschung und Lehre sowie die Bildung kritisch-mündiger Menschen kultiviert werden, muss das Bachelor-Master-System wiederabgeschafft werden.

 

Die Bachelor- und Masterstudiengänge müssen umgehend in die alten Studiengänge Diplom, Magister und Staatsexamen rückgeführt werden. Auf deren Grundlage kann eine inhaltlich fortschrittliche Studienreform verwirklicht werden, mit verantwortungsvollem Problembezug auf die Gesellschaft sowie dem Anspruch, dass emanzipatorisches Lernen Freude macht.